 zugeführt haben, er scheuet keinen Weg, welcher den Hochgebildeten
anstößig oder kleinlich scheinen könnte, aus dem aber der Gesamtheit Begriff und
Lehre hervorwachsen mag; ihm selbst erleuchtet sich das Forum der Künste in
vollendender Begeisterung. Im feuernden Abendrot steigt er von der Höhe herab
und verlässt die Burg:
Aus meiner Zelle treibt mich fort
Die leere Einsamkeit,
Es füllet sie kein heilig Wort,
Es nährt den innern Streit.
Das innere Leben ward nicht mein,
Weil ich das äussre mied,
Das Ewige will nicht zeitlich sein,
Das in der Zeit erblüht.
Es gleicht mein bleiches Angesicht
Des Grabes Bild von Stein,
Es scheint gewesen, strahlt kein Licht
Ins Innere hinein.
Die Sanduhr gleicht der Todeshand,
Lauft ab des Lebens Geist,
Es hat sie keiner umgewandt
Und keiner naht mir dreist.
Der fromme Schauder war bald hin,
Der mich der Welt entriss,
Ein endlos Meer ist kein Gewinn,
Wenn ich das Land vermiss.
Ich flehte, dass ein höhres Wort
Der Seele Flügel wär,
Es riss mich keins zum Himmel fort,
Ich blieb mir immer schwer.
Weh jedem, dem hier nichts geschieht,
Weil alles scheint gering,
Weh jedem, der hier gar nichts sieht,
Weil er das Licht verhing,
Der sich in die Beschauung senkt
Und nichts zu schauen hat
Und was er findet, immer denkt,
Dass er des Denkens satt.
Es treibt mich wieder in die Welt,
Die ich mit Hohn verließ;
Ach wie sie mir so wohl gefällt,
Die ich einst von mir stieß.
Als ob ich nimmer von ihr ließ,
So bin ich drin zu Haus,
Gewinn, der Seligkeit verhieß,
Spielt schon das Leben aus.
Es spiegelt sich die Ewigkeit
In engster Gegenwart,
Und rückwärts die Vergangenheit
Erscheint von höchster Art,
Wie ein verlornes Paradies
Seh ich's vor meinem Blick,
Was ich betrauert, war so süß,
Was ich verflucht, mein Glück.
Ich suche nach dem reichen Schmuck,
Den ich ins Wasser warf,
Mein Finger sehnt sich nach dem Druck
Von der zerschlagnen Harf,
Mein Mund nach jener Lippen Hauch,
Den Seligkeit verschließt,
O spräche er doch wieder auch,
Nun Frühling mich begrüßt!
Es kehret wieder jeder Keim
Aus Winters Einsamkeit,
O kehrte sie auch wieder heim
Zu dieser Frühlingszeit:
Es meidet keiner Lebensnot,
Wohin er sich entzieh,
Und wer nicht sorgt für täglich Brot,
Geniesst das ew'ge nie.
Durchbrich das Gitter, das dich hält
Von mir wie Todesband,
Zum Schweigen schuf nicht Gott die Welt,
In ihr dies Frühlingsland.
Er gab dir mehr als einen Mund,
Der die Gebete lallt,
Es ist ein Herz des Busens Grund,
Es spricht mit Allgewalt.
Des Herzens Stimme
