 mich. Zum Gerippe
eingedorrt war ihr Leib, aber in dem Gerippe wanden sich unzählige Schlangen
durcheinander und streckten ihre Häupter, ihre rotglühenden Zungen mir entgegen.
»Lass ab von mir! ... Deine Schlangen stechen hinein in die wunde Brust... sie
wollen sich mästen von meinem Herzblut... aber dann sterbe ich... dann sterbe
ich... der Tod entreisst mich deiner Rache.« So schrie ich auf, da heulte die
Gestalt: - »Meine Schlangen können sich nähren von deinem Herzblut... aber das
fühlst du nicht, denn das ist nicht deine Qual - deine Qual ist in dir und tötet
dich nicht, denn du lebst in ihr. Deine Qual ist der Gedanke des Frevels, und
der ist ewig!« - Der blutende Hermogen stieg auf, aber vor ihm floh Euphemie,
und er rauschte vorüber, auf die Halswunde deutend, die die Gestalt des Kreuzes
hatte. Ich wollte beten, da begann ein sinnverwirrendes Flüstern und Rauschen.
Menschen, die ich sonst gesehen, erschienen zu tollen Fratzen verunstaltet. -
Köpfe krochen mit Heuschreckenbeinen, die ihnen an die Ohren gewachsen, umher
und lachten mich hämisch an - seltsames Geflügel - Raben mit Menschengesichtern
rauschten in der Luft - Ich erkannte den Konzertmeister aus B. mit seiner
Schwester, die drehte sich in wildem Walzer, und der Bruder spielte dazu auf,
aber auf der eigenen Brust streichend, die zur Geige worden. - Belcampo, mit
einem hässlichen Eidechsengesicht, auf einem ekelhaften geflügelten Wurm sitzend,
fuhr auf mich ein, er wollte meinen Bart kämmen mit eisernem glühendem Kamm -
aber es gelang ihm nicht. - Toller und toller wird das Gewirre, seltsamer,
abenteuerlicher werden die Gestalten, von der kleinsten Ameise mit tanzenden
Menschenfüsschen bis zum langgedehnten Rossgerippe mit funkelnden Augen, dessen
Haut zur Schabracke worden, auf der ein Reuter mit leuchtendem Eulenkopfe sitzt.
- Ein bodenloser Becher ist sein Leibharnisch - ein umgestülpter Trichter sein
Helm! - Der Spaß der Hölle ist emporgestiegen. Ich höre mich lachen, aber dies
Lachen zerschneidet die Brust, und brennender wird der Schmerz, und heftiger
bluten alle Wunden. - Die Gestalt eines Weibes leuchtet hervor, das Gesindel
weicht - sie tritt auf mich zu! - Ach, es ist Aurelie ! »Ich lebe und bin nun
ganz dein!« spricht die Gestalt. - Da wird der Frevel in mir wach. - Rasend vor
wilder Begier, umschlinge ich sie mit meinen Armen. - Alle Ohnmacht ist von mir
gewichen, aber da legt es sich glühend an meine Brust - raue Borsten zerkratzen
meine Augen, und der Satan lacht gellend auf: »Nun bist du ganz mein!« - Mit dem
Schrei
