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Was dringt in meine Adern, welche Scham,
In meine Sehnen, welche Heldenstärke,
In alle Sinne, welche ew'ge Klarheit,
Mein ganzer Wille wird nun zum Entschluss;
Schon steh ich jenseit dieses wüsten Lebens,
Weit über euch, ihr niederen Erdengötter,
Da ruh ich in der Schicksalsgöttin Armen.
Ich sollt mir opfern sehen so reine Größe,
Und nichts gewinnen als ein schwelgend Leben!
Ich hasse euch, ihr unglücksel'gen Götter,
Die ihr das rote Blut in tausend Bächen
An den Altären müsst fließen sehen;
Des Mitleids Qualen könnt ihr nimmer stillen,
Euch opfern nie dem Schicksal ew'ger Liebe!
Ich fühl's, jetzt wird im Kopfe mir so licht,
Dem neuen Tage strahle ich entgegen,
Der aus den Fluten sich so kräftig dränget.
Nein ich gehör nicht mehr dem neuen Tage,
Er zwingt mich nicht zu glauben an sein Licht,
Das nur ein Gegenschein von meiner Liebe.
Bald werf ich mich der Sonne froh entgegen,
Damit ich selbst der weiten Welt erscheine. -
Noch einmal denk ich alles Glücks allhier!
Seit mich die Fürstin in die Arme nahm,
Da fiel des Glückes Tau so reichlich mir;
So unersättlich ich darin auch schwelgte,
Ich frage nicht, ob es auch dauern könne,
Wär es das Glück, wenn Zeit zum Umschaun bliebe;
Es reißt uns an den Haaren in die Höh
Und lässt uns dann in öde Tiefen fallen,
Wie Steine unter meinen Tritten fallen,
Und schallen in dem bodenlosen Meer.
Lebt wohl ihr Blumen, die ich lieben lehrte,
Hier unter euch, da sah ich sie verschwinden
In meines Abschieds trüber Dunkelheit;
Bald wird es Tag von einem neuen Lichte
Und werd ich Licht, wenn ich dem Meer entsteige,
So fall ich hier in ihre holden Augen!
Ihr Tauben, meiner Liebe sanfte Boten,
Ich glaub mit euch zu fliegen übers Meer,
Ich seh ins ewig Ruhelose freudig,
Das steigend fällt und fallend steigt,
O nimm mich auf, ich bin wie du!
   Er stürzt sich mit ausgebreiteten Armen ins Meer, dem die Sonne entsteigt.
                                       6.
                          Die Fürstin und der Kanzler
FÜRSTIN.
Sie kennen mich, dass ich nie mehr gesagt,
Als ich vollführen kann; ich kenne Sie,
Dass Sie nicht wiederholen mögen, was
Vergebens bleibt. Mein Schluss bleibt immer fest.
Dem Throne zu entsagen ist mir leicht;
Von Ihnen wird der Abschied schwer, mein Freund.
KANZLER.
Mich hält, ich weiß nicht welche Hoffnung fest,
Dass sich Ihr harter Sinn noch lässt erweichen;
Umsonst gewirkt zu haben ist so schwer,
Uns beide trifft das, wenn es dabei bleibt.
FÜRSTIN.
Ich hab gelebt, seit ich nicht mehr gewirkt,
