 dann
Aus ihrem Innern Künft'ges zu vernehmen;
Dann wär ich ja mit meinem Schicksal fertig.
HYLAS.
Du lässt mir gar nichts übrig, dir zu sagen,
Denn wie das Meer Italien umspannt,
So sanft, so wild, so schrecklich und so lieblich,
So regst du jeden Sinn in dem Gemüte,
Und gibst ihm gleich ein ewig deutlich Wort.
Was kann ich mehr noch, als dein Nachklang sein,
Und Bessres immer, als dein Widerhall.
FÜRSTIN.
Was ich dir gebe, bring ich dir zurück,
Ich hab's von dir, du nichts von mir empfangen,
Denn wie die Biene alle Blüten regt,
Die an der Erde träge duftend liegen,
Mit ihrem Atem nicht, mit ihren Flügeln,
So regen auch, wenn du die Arme um mich legest,
Sich alle frohen Blüten wieder auf.
HYLAS.
Und wie ich jetzt so an mein Herz dich drücke,
Da fühl ich in dem Augenblicke wieder,
Was ich oft überhört, wenn du gesprochen;
Du weißt, ich habe manchen alten Traum,
Der mich nicht lässt, hab ich ihn gleich verlassen.
FÜRSTIN.
Ich sitz dir stets zur Beichte, leg den Mund
Dir immer an das Ohr, dir zu bekennen,
Was in mir vorgeht; nun bekenn mir auch,
Was ist es für ein Traum, der dich bewegt,
Der dich aus meinen Liebesnetzen zieht
Und an den wesenlosen Himmel mahnt,
Dem ich dich schöner Vogel hab geraubet;
Ein nutzlos Mühen hast du so verloren,
Sieh wie die Vögel steigen, um zu fallen,
In meiner Liebe steigst du immerdar.
HYLAS.
Du bist mir Vaterland und Freiheit, alles
Was ich verloren und - was ich gehofft.
Und füttre ich die Tauben und die Schwäne,
Mir sind sie lieb, weil du zu ihnen lächelst,
Nach keinem Ausflug mehr verlangt mein Herz;
Denn gar ein wunderbares geist'ges Leben
Seh ich in deinen Künsten überschweben.
Ach wär ich doch ein Bild von deiner Hand;
Verachte meine kleinen Künste nicht,
Der Himmel treibt die Gärtnerei mit mir.
FÜRSTIN.
Der Himmel will dir wohl, er denkt wie ich,
Du weißt es ja, ich freu mich jeder Blume,
Die du mir sorglich aufgezogen hast;
Und ihre Kränze sind lebend'ger doch,
Als alles, was mein Pinsel dir kann zaubern.
Erfreu dich deines Werks, weil ich's bewundre,
Und rühmen keine andre deinen Garten,
Gedenk, ich leb darin die schönsten Stunden.
O sieh die Malven, die du einst geflochten,
Zum Zelte mir, wo wir so traulich schliefen,
Sieh, wie die Sonne heut daran gewelkt;
Gewiss, sie schmachten heut nach frischem Regen;
Ich muss vergelten
