
Es sagt mir mehr, als je ein Mund gesagt,
Wenn ich dein Herz lebend'ger schlagend spüre,
O welches Lied kann hüpfen also leicht.
Nein nicht um mich brich dieses lange Schweigen,
Mit dem du oft an meinen Blicken haftest,
Nur ich, ich fürchte, du bemerkst an mir,
Was dir missfällt, was du mir gern verschwiegest.
HYLAS.
So kommt ihr her, aus eures Nordens Wüste,
Den lieblichsten Genuss missgönnt die Furcht,
Die sonst um euch in der Natur gelauschet,
Bis sie den Weg zu eurer Seele fand;
Wie ihr sonst schwindelnd auf den Bergen standet,
So steht ihr fürchtend auf der Liebe Wipfel!
Es mögen Flammen aus dem Wipfel steigen,
Die Länder beben in dem innern Grund,
Hier lasse schwinden alles eigne Leben
Von einem Leben, das uns all durchdringt,
Das heftig unsern Atem hier bewegt
Und mit dem Mond, der dort dem Meer entsteigt,
In einer Nacht für Millionen lebt.
Bewahren lässt sich nichts und viel genießen,
Mir lasse ganz des Busens Freude scheinen;
Und was dir noch von alter Sorge bleibt,
Das schreibe all an alte Freund nach Haus,
In jene Gegend, wo sie immer sorgen.
FÜRSTIN.
Ach wohl bekenn ich mich der Sünde schuldig,
Mit Wahn den keimenden Genuss zu stören,
Doch ist er nicht so leer, mein schöner Knabe;
Auf meinen Wangen prangt nicht mehr die Frische,
Mit der du gern in jeder Frucht dich siehst,
Mit allen Lüften fühlst und dich bewegst,
Und was in mir geschieht, ist fast geendet.
Sieh morgens nur dein Angesicht im Wasser,
Es wird bewegt von wechselndem Verlangen,
Es wird bewegt wie von der Luft das Feld
Und es vergeht kein Tag, wo du nicht lernest,
Wo du nicht wächst zum größeren Manne auf.
O sag, in diesem Blick, was sagtest du,
O sag, was dachtest du im Augenblicke.
HYLAS.
Beim Zeus, ich dachte nicht, ich sah dich an,
Wie von der Lampen Schimmer du erhellt,
Die einen neuen Tag in Nächten schaffen,
Und hab ich mehr gedacht, ich weiß nichts mehr;
Beim Zeus, du denkst dir gar zu viel in mir,
An deiner Seite denk ich nur an dich.
FÜRSTIN.
O schweig, es war der lieblichste Gedanke,
Du willst mit neuer Lust mich überraschen,
O dass du mir so was verbergen kannst,
Dass ich nicht ganz in dir mich kann verlieren,
Nicht kann mit deinen dunklen Augen sehen,
Mit deinen Pulsen nicht die Zeit mir messen!
Bewache mich, dass ich die Brust dir nicht
Zerreiss, mein Schicksal dir im Herzen lesend;
Wie jene Deuter in der alten Zeit
Die schönsten Menschen opferten, um
