 der nächsten Station. Auf dem Wege nahm er manchmal
in seinen Gedanken zärtlichen Abschied von ihr; es war ihm, als ob eine fremde
Gewalt sie von einander risse, und wie an einer Wetterscheide, sein Schiff nach
Westen und das ihre nach Osten getrieben würde. Wir hassen alle schauderhaften
Bilder, die das Gemüt trostlos verwirren; wir halten es gefährlich sogar, den
Menschen unnötig mit zerrissenem Herzen auszustellen, um die Mitmenschen zu
rühren, oder ihn neugierig zu beobachten; wir unterdrücken gern das meiste, was
uns aus jener Zeit von ihm übrig geblieben; nur einige Stationen seiner Reise
heben wir aus, um seinen Ideengang zur Verbindung der Geschichte uns zu
versinnlichen; sie rühren uns bei aller Nachlässigkeit ungemein, denn es ist
Sprache eines tiefgekränkten Herzens.
                                       1.
Über Stock, über Stein, drein, drein, ohne Bewusstsein; knackt's, bricht's,
wirft's um, ich sitze stumm; meiner Blicke einzige Sprache ist ewiges Wachen,
ein nordischer Tag ohne Nacht in hallender rastloser Jagd.
    Der Schweissfuchs trabt, der Braune hinkt, das Sattelpferd springt - ein
Heimchen noch singt: Halt still, wie mir's das Herz erlabt.
    Der Schwager sagt: »Wir sind gleich da, wir sind gleich da!« - Das Postorn
klagt: »Die Hände riss ich auseinander, die Herzen zerreiss ich elende, und wandre
hin und zurück; dies ist Geschick.« Berge, ihr hemmenden, neblig beklemmenden,
Berge, ihr trennenden, abendlich brennenden, seid mir nun nah, und wir sind nah,
und wir sind da.
                                       2.
Die müden Pferde ausgespannt werden, matt und dürr zum Einbrechen bleiben sie
stehen; lassen die Fliegen stechen, in den Brunnen sie sehen. Verlassen steht
der Wagen, es wehet!
    Und von den spielenden Lüften bleibt kühlender Schauer der Trauer des
harrenden starrenden greisenden Reisenden.
    Und sinken die Winde, so ruht geschwinde alles umher, öde und schwer, wenig
Bewegliches, lauter Alltägliches, alles ist gleich; hier ein paar Blasen im
Teich heften den Blick an ihr Geschick; Luftbälle der Unterwelt an der Sonne
zerschellt, dort trockener Blätter Geflügel, hier schmilzt der Schnee vom Hügel,
und rieselt zu nähren die Zähren. Brand! Brand! Ich trink ihn aus meiner Hand.
Er fliesset zum Munde, da schreiet die Wunde des Herzens zum Himmel - sie
schliesset sich nimmer! - Das Herz, das bewegliche, urleidend klägliche,
nimmermehr rastende, ewig nun fastende still sich verzehrende, nimmer sich
leerende, lässt sich der heiligen Stille enthüllen.
                                       3.
Wie bin ich zur Küste des Meeres gekommen allhier, oder kam das Meer zu mir? -
Ich seh mich im Spiegel des Meeres an
