 hart sind die Gespielen
Den Gefühlen,
Dass sie nie die Liebe schauen;
Lieblos sich dem Himmel geben,
Ist ihr Leben.
Alles hab ich dir gegeben,
Schönes fernes Bild im Herzen,
Lust und Schmerzen,
Nahe endlich, nimm mein Leben! -
Wie die Reben niederhängen
In den Gängen,
Die ich sonst um feste Bäume
Mit der eignen Hand geschlungen!
Ach umschlungen
Hab ich oft, o süße Träume,
Diesen Baum, der dir geweihet,
Tief erfreut! -
Also sang die Frau Äbtissin,
Glaubt den dunklen Stamm zu fassen,
Den sie dem Geliebten weihte,
Doch von ihrer Glut getäuschet
Hat sie einen Mann umfasset,
Der da heimlich sich gestellt,
Als ob er ein Baum gewesen,
Dass sie ihn nicht möchte sehen.
Und sie meint, sie täte Wunder
Und belebte liebend Bäume;
Das ist Schwärmerei, nicht Sünde,
Denn sie war sonst sehr moralisch;
Doch zu groß ist dieses Wunder
Für die liebekranke Seele!
Ist der Baum zum Menschen worden,
Kann sie ihm doch nicht entziehen,
Was ihm schon als Baum so eigen,
Ihrer Liebe schönen Glauben;
Und so sehen wir hier wieder,
Dass die Phantasie verbunden
Mit der Wahrheit falschem Bilde
Sei wie Pulver in der Bombe,
Die von Unschuld aufgelesen,
Wie alt Eisen in das Feuer
Wird geworfen und zersprenget
Schuld und Unschuld, falsche Wahrheit,
Wahre Phantasie und falsche.
Dass der Mann kein Baum gewesen,
Muss sie endlich doch wohl glauben,
Dass es aber der Geliebte,
Prächtig glänzende Offzierer,
Dem wie Milch und Blut die Wangen,
Glaubt sie mit demselben Glauben.
Traurig und verlangend schmachtet
Die Prinzessin nach zwei Monden,
Müde ärgerlich sie fühlet,
Sich in ihrem Stift verschlossen,
Und in ihrem Innern treibet,
Was wohl nicht verschlossen bleibt.
Kühnheit haben schwangre Frauen
Und Entschluss in den Gefahren;
Die Prinzessin setzt sich nieder
An den Schrank von bunten Masern,
Schneidet eine Pfauenfeder,
Schreibt dem Herzog, ihrem Bruder.
                           Die Äbtissin an den Herzog
Bruder, Du hast mich verschlossen
In dem alten Fräuleinstifte
Um die Ausstattung zu sparen,
Samt und Hafer, und das Weissbrot,
Von den Ständen mir geschenket.
Sieh, zur Strafe von dem Himmel
Bist Du ohne Kind geblieben,
Das er mir zur Straf bescheret;
Doch es stammt von einem Helden,
Also wird's ein Held auch werden,
Darum seid geneigt dem Rate,
Den ich Euch in Demut gebe.
Euer Reich fällt heim den Fremden,
Und mein armes Kind muss sterben,
Und ich geh in Schand verloren,
Wenn Ihr diesem Rat nicht folgt,
Nicht mein Kind, in Schuld empfangen,
Mild zu Eurem Kind annehmet.
Eure Frau, die Herzoginne
Muss sich stellen guter Hoffnung,
Und ich komme dann im Schloss
