 mir die Pracht der Kaisertochter,
was der blendende Glanz des Mittags? Dorthin will ich, dorthin, wo der düstere
Himmel über unermesslichen Waldungen schwebt, wo eine lichte Gestalt einst diese
trübe Natur zum Paradies um mich her verklärte, in das einfache Haus, das seine
Gegenwart zum Tempel weihte, dorthin, wo ich geliebt ward, und wieder unendlich
liebte, wo meine Seele an seinen Lippen hing, mein Geist, dem Körper entflohen,
nur in seinen Gedanken und Gefühlen sich empfand! Oder lasst mich an dem waldigen
Hügel bleiben, wo er unter grünem Nasen schläft! Da ist jetzt mein Vaterland,
und sonst auf der weiten Erde keine Heimat mehr für mich.
    Ach, Teophania, ich war einst sehr glücklich! Kein Mensch kann sich einen
Begriff von jener stillen Seligkeit machen. Alles in mir war Harmonie, Friede,
Genuss. Du verstehst mich, im Arm deines Agatokles fühlst du mir nach, was ich
nicht zu erklären vermag - fühlst es mir doch nicht nach - denn Agatokles war
nicht dein Lehrer. Alles, was du bist, ist nicht sein Werk - nicht sein Mund
enthüllte dir die Geheimnisse der Seligkeit, nicht sein Geist schloss die Welt
und den Himmel vor dir auf! Und nun! - -
    Leb' wohl, Teophania! Ich habe nach diesem Nun nichts mehr hinzuzusetzen,
denn ich habe nichts mehr zu denken, zu hoffen. Mein Leben, mein ganzes Wesen
hat mit ihm aufgehört.
                                                               Zwei Tage später.
Die gefürchtete Stunde ist vorüber, und ich atme freier. O Natur und Religion!
Welche Macht der Erde gleicht eurer siegenden Gewalt! Vater! Verzeih ihnen, denn
sie wissen nicht, was sie tun! Einst, als ich an Florianus Seite sitzend aus
seinem Munde die Erzählung des Versöhnungstodes vernahm, als sein strahlendes
Auge Flammen in meiner Seele entzündete, seine stolze Haltung mich
unwillkürlich emporzog, er nun mit einer Stimme der edelsten Begeisterung diese
Worte des sterbenden Gottmenschen aussprach, und sein ganzes Wesen so deutlich
sagte: Auch ich kann so verzeihen - ach, da sprang ich bebend vor Liebe und
Andacht auf, und wollte an seine Brust sinken; aber ein scheues Gefühl hielt
mich zurück, ich ergriff seine Hand und drückte sie an meine Lippen, an mein
Herz. Er verstand mich - o welch' ein Augenblick war dies!
    Vorgestern Abends rang ich im heißen Gebet um Kraft zu der bevorstehenden
Prüfung, um Geduld und ein kindliches Herz. Müde und weinend schlief ich endlich
sehr spät gegen den Morgen ein. Ein lieblicher Traum kam, meine nassen Augen zu
trocknen. Ich sah ihn - so hell, so lebendig, wie ich ihn noch nie in meinen
Träumen, in denen sein Bild so oft erscheint, gesehen
