 von den Pfeilen,
Zu töten und zu heilen -
Denn er muss stets an ihrem Pfeil gesunden,
Und sterbend lebt sie nur in seinen Wunden.
Doch bald wird nun die Ruhe niederschweben,
Dass alle Schmerzen fliehen,
Den heißen Kampf die stillen Schatten kühlen,
Dann mag der Sehnsucht ungelöstes Leben
In heilgen Phantasien,
In schönen Träumen dichtend sich erwühlen.
Könnt ihr solch Leben fühlen?
So will, mit seinem Rausch euch zu erfüllen,
Mein Bild ich gern enthüllen,
Mein Bild, wie in des Abends Heiligtumen
Die Jungfrau redet mit den holden Blumen.
                          Die Jungfrau und die Blumen
Wo leis des Gartens dichte Schatten rauschen
Und in den dunklen Zweigen
Die reifen goldnen Früchte heimlich schwellen,
Gleich holden Engeln, die in Wolken lauschen
Und freundlich sich bezeigen,
Seht ihr die weiße Jungfrau sich erhellen.
Des Lichtes letzte Wellen
Umfliessen sie. Sie sitzt, und ihr zu Füßen
Unschuldge Blumen spriessen;
Sie spricht zu ihnen, weckt mit ihren Blicken,
Die schon die Augen schließen, schlafend nicken.
Es scheint ihr Wort sie mehr noch einzuwiegen;
Was ihre Lippen sprechen,
Wallt längst im Traum um ihre zarten Seelen
Und wohnt in ihrem Leben still verschwiegen -
Die Stummheit zu zerbrechen,
Sind sie zu schwach, und könnens nicht erzählen;
Doch sie kann nichts verhehlen,
Der stille Abend löst die keuschen Banden,
Die ihren Schmerz umwanden,
Sie klaget leis, und mit den blauen Augen
Will Antwort sie aus ihrer Stummheit saugen.
»Ihr blinden Kinder, wenn der ewge Schlummer
Von euren Augen weichet,
Wenn eure Lippen seufzend sich erschließen,
Ein warmes Herz euch bebt und eurem Kummer
Die Götter Worte reichen,
Erblüh ich eine Blume euch zu Füßen.
Ihr werdet still mich grüßen
Und für der Liebe jungfrauliches Bangen
Der Blume Trost verlangen,
Denn wir sind Schwestern, sind im harten Leben
Der tiefen Liebe frühem Tod gegeben.
Was, Lilie, keusch in deinem Kelche webet,
Was, Rose, rot dich malet
Und eure Augen, stille Veilchen, sagen,
Auch keusch und bang in meinem Busen strebet,
Von meinen Lippen strahlet
Und still und mild die blauen Augen klagen.
Uns fasst ein gleich Verzagen,
Ach! nimmer kann des Herzens still Verbrennen
Der keusche Mund bekennen,
Ach! nimmer will die wilde Welt verstehen,
Was unsrer Düfte stumme Lippen flehen.
Wenn linde Sonnenstrahlen niedersehen,
Sich laue Weste regen,
Erkennen wir aus uns mit dunklem Sehnen,
Doch nimmer wissen wir, wie uns geschehen.
Was wir im Innern hegen,
Ist süßes Träumen und ein kindisch Wähnen.
Es fließen alle Tränen
Noch leicht herab, und weilen keine Schmerzen
Im unerschlossnen Herzen,
Bis von der ewgen Liebe tiefen Quellen
Das Herz sich dehnt, und leis die Knospen schwellen.
Im
