 Spiegel zu euren Füßen wälzt, löst eures
Todes Band. Ihr vermögt nicht die Blume des Tales zu ergreifen, denn eure Hand
erreicht kaum den blühenden Dorn neben eurem Lager. Ihr blicket nieder in das
Getümmel der Schlacht mit Sehnsucht nach gekrönter Tat, und die Trommeten des
Kampfes zerreißen euch das Herz. Ihr blicket nieder in die Gebüsche, wo Hirten
in Liebe spielen, und die Flöte des Hirten zerreißt euer Herz.
    Hoch seid ihr erhaben über die Aussicht, aber ihr seid an den Felsen
geschmiedet, die Welt habt ihr erschaffen, die euch erschaffen sollte, und sie
zielet mit Pfeilen des Todes auf euch, der Geier der Reflexion zernagt euer ewig
wiederkehrendes Herz.
    Wohl mir, meine Liebe, dass ich keiner von diesen bin, dass ich noch lieben
kann, und fühlen im Ganzen, ein volles Leben mit vollem Herzen umarmen, und dass
jedes Einzelne getrennt vom schönen Körper, und zergliedert, mich wie tot
zurückschreckt. - Erschaft mich die Welt, oder ich sie? - Die Frage sei die
älteste und verliere sich in die dunklen Zeiten meines Lebens, wo keine Liebe
war, und die Kunst von dem Bedürfnisse hervorgerufen ward. - Du bist meine Welt,
und du sollst mich erschaffen; o bewege dich, öffne mir die Augen, oder sieh
nach deinen Lieblingen den Blumen. -
                                    Hyazinth
Wende die hellen,
Heiligen Augen
Zu deiner Liebe,
Dass ich erkenne,
Wie mir das Schicksal
Leben und Liebe
Gütig verteilt.
Schone nicht meiner,
Wende dich zu mir,
Dass ich im Strahle
Liebend erblinde,
Nicht mehr betrachte,
Wie sich das törichte
Leben bewegt.
Scheint dann die Sonne,
Duftet der Frühling,
Wehet die Kühle,
O so erfind ich
Heimlich im Herzen
Glühende Rosen,
Blüten und Blätter,
Dir zu dem Kranz.
Wie sie der Frühling,
Den du entzündet,
Freundlich mir bietet,
Wie sie mir färbet
Glänzend, bescheiden,
Glühend und hoffend
Die Phantasie,
Wie sie mir ordnet,
Festliche Andacht.
Keiner mag wissen,
Was ich im Herzen
Dir nur bewahre,
Keiner verstehen,
Was ich den glühenden
Rosen, den Blüten,
Was ich den kühlenden
Blättern vertraut.
Keiner begleite
Führend den Blinden,
Einsam und ruhend
Will ich verweilen,
Wo du die Augen
Liebend mir schlossest,
Wo du das Leben
Mir in dem Busen
Liebend erschlossest.
Still wie die Blumen
Einsam nur leben,
Freundlichen Kindern
Liebe Gesellen,
Zärtlicher Mädchen
Holde Vertraute,
Und des Vergehens
Schönste Bedeutung
Will ich vergehen.
Schone nicht meiner,
Wende dich von mir,
Dass ich im Dunkel
Berge die Tränen,
Dass ich umschattet
Betend erwarte,
Wie mir geschehe!
Wer mir erglänzet,
Erblühet das Leben,
Blumen eröffnen
Die duftenden Augen.
Glühende Rosen,
Blüten und
