 Göttin Wort sie grüßen,
Dass sich der Heimat Tore mir erschließen.
Ein guter Bürger will ich Freiheit singen,
Der Liebe Freiheit, die in Fremde rang,
Will in der Schönheit Grenzen Kränze schlingen
Um meinen Ruf, des Lebens tiefsten Klang
Mir eignen, ihn mit Lied und Lieb erringen,
Bis brautlich ganz in Wonne mein Gesang,
Gelöst in Lust und Schmerz das Widerstreben,
Und eigener Schöpfung Leben niederschweben.
Du sollst dies Buch nicht lesen, denn ich liebe dich, und was ich in dir liebe,
ist dieses Buch Unwert, und der Wert des Lebens, die Poesie - dass ich hier zu
dir spreche, ist meines Herzens innrer Drang, du hast mich gefangen, und bist
mir die höchste Lehre. O ich möchte dichten, wie du da stehst, wie du wandelst
und blickst, ich möchte denken, wie du gedacht bist, und bilden, wie du
geschaffen bist.
    Wie freundlich würde dann mein Werk mir in die Augen sehen, wie würdig sich
dem Gedanken des Gebildeten in seiner Unschuld gesellen, denn Würde ist Unschuld
der freien Hoheit; wie würde ich mein innres Leben gleich der Mutter meines
Werkes verehren, und es rein erhalten von dem Übermute einzelner Kräfte, die roh
und gewaltig wie ewiger Sturm die schöne Tätigkeit der Ruhe in mir vernichten.
Ich würde mich selbst schätzen, um des Schatzes willen, der in dem Menschen und
der Natur verborgen liegt, aus dem ich glänzende Edelsteine zu Tage gefördert,
sie geschliffen und zu künstlichen Geschmeiden meiner Liebe, meines Lebens,
aller Liebe und alles Lebens gebildet hätte.
    Dir würde ich den herrlichen Schmuck anlegen, und du wärest eins mit diesem
Schmucke. In deinem Auge und dem Diamant bricht sich der leuchtende Strahl, aber
mein Diamant würde blicken wie dein Aug, mein Werk würde schweben wie dein Gang,
wie deine Lippe würde es singen, den Sinn würde es hinabziehen wie die Woge
deines Busens, es würde umfassen wie dein Arm, und lieben wie dein Kuss; rein
wäre mein Werk, groß, von sich selbst durchdrungen, und vom ganzen Leben tätig
begrenzt, wie die Seele des Menschen.
    Ich fühle tief in meinem Herzen, wie die Jünglinge jetzt dastehen, da sich
die Zeiten trennen und die Philosophie mit der Reflexion alle Töpfe des
Prometeus zerschlägt; traurig sehen sie ihr kindisches Bilden zertrümmert, und
vergehen in weinerlichem Enthusiasmus. Gerne möchten sie das Feuer vom Himmel
stehlen, und fürchten, dass der schreckliche Gott sie an den Felsen schmiede, des
Geiers ewige Nahrung. -
    O ihr hängt schon an dem Felsen, unbeweglich seht ihr den Wechsel des Tages
und des Jahres: weder der leichte Flug des Vogels über eurem Haupte, noch das
Rauschen des Stroms, der des Himmels
