 einer
Sakontala die Augen gegen den Himmel höbe, so könnte man bei den vielen Manieren
und der Eleganz die ganze Erscheinung leicht für so leicht als eine erhabene
Gartenverzierungsidee halten.
    Lebe wohl! morgen kommt Joduno.
                                                                           Römer
 
                                 Römer an Godwi
Ich eile, wir gehen alle in die Kirche, ich auch, in die katholische Kirche.
    Es ist Allerseelentag, dieses Fest ist das Fest aller Seelen; auf jeder
Gruft brennen so viele Wachsfackeln, als sie geliebter Freunde Körper umfasst.
Die Lichter brannten so heilig, als wollten sie die Seelen vorstellen.
    Alle die Kinder des Hauses gehen nach dem Grabe der Mutter, heute gleichen
sie sich alle, sind alle stille Trauer und Nachdenken, und guter Vorsatz.
    Die Brünette kniete so heilig, so gerührt am Grabe ihrer Mutter, sie betete
und ward ohnmächtig, man brachte sie nach Hause, hier finden wir Joduno und den
undeutlichen Bruder. Alles ist voll Freude. Die Brünette sagt, es sei ihr
gewesen, als wenn es sie leise in die Gruft hinabzöge.
    O Godwi, wo ist deine Mutter! die Schmerzen des steinernen Bildes fielen mir
ein; wo ist meine Mutter!
                                                                           Römer
In dem Bureau d'esprit hängt das Bild der Mutter Sophiens, in einer gelinden,
zarten Zeichnung, die Geschwister gleichen ihr alle, jedes hat seinen schönen
Zug, und den findest du gewiss in dem Bilde ihrer Mutter wieder.
                             Ende des ersten Teils
 
                                  Zweiter Band
  Herausgegeben von den Freunden des Verstorbenen, mit Nachrichten, von seinem
                     Leben, seinen Arbeiten und seinem Tode
                                      An B.
                             unabhängige Dedikazion
 
Es ist unstreitig ein reiner Enthusiasmus in mir, denn jeder heller froher
Anklang von außen öffnet alle Schleusen meiner Seele, das Leben dringt dann von
allen Seiten wohltuend in raschen Strömen auf mich ein, und meine Äußerung
ergießt sich ihm in gleicher Freude. Ich fühle dann keinen Druck, keine Gewalt,
weder eine Erniedrigung, noch eine Überlegenheit. Ach! in solchen Momenten habe
ich nur eine Reflexion, sie ist Segen, den ich über mein Dasein ausspreche, und
ich fühle dann Egmonts Gebet durch alle meine Adern strömen, ich lebe dann die
Worte:
    So ist es mir, wenn sich ein frohes Gemüt, dem die ausübende Kunst das
Höchste zur lebendigen Kraft, zum bewusstlosen Innewohnen geschaffen hat, rein
und mit klopfenden warmen Pulsen um mich bewegt, und in leichten Spielen ohne
Studium ein Leben vor mir entfaltet, dem das Abstrakte durch eine glückliche
Beugung der Formen zum lebendigen Elemente ward. Die Minuten, in denen ich mich
in ihr verloren fühle, unter den Strahlen seiner gesunden Freude leichter atme,
die Minuten, in denen ich vergesse, dass seine Schönheit auch der Mühe errungenes
Kind ist, sind die einzigen, die ich vertraulich mit dem
