, wie immer, flog der unsterbliche Titan mit seinen tausend eignen
Freuden herauf, und lächelt herab auf sein verödet Land, auf seine Tempel, seine
Säulen, die das Schicksal vor ihn hingeworfen hatte, wie die dürren
Rosenblätter, die im Vorübergehen ein Kind gedankenlos vom Strauche riss, und auf
die Erde säete.
    Sei, wie dieser! rief mir Adamas zu, ergriff mich bei der Hand und hielt sie
dem Gott entgegen, und mir war, als trügen uns die Morgenwinde mit sich fort,
und brächten uns ins Geleite des heiligen Wesens, das nun hinaufstieg auf den
Gipfel des Himmels, freundlich und groß, und wunderbar mit seiner Kraft und
seinem Geist die Welt und uns erfüllte.
    Noch trauert und frohlockt mein Innerstes über jedes Wort, das mir damals
Adamas sagte, und ich begreife meine Bedürftigkeit nicht, wenn oft mir wird, wie
damals ihm sein musste. Was ist Verlust, wenn so der Mensch in seiner eignen Welt
sich findet? In uns ist alles. Was kümmerts dann den Menschen, wenn ein Haar von
seinem Haupte fällt? Was ringt er so nach Knechtschaft, da er ein Gott sein
könnte! Du wirst einsam sein, mein Liebling! sagte mir damals Adamas auch, du
wirst sein wie der Kranich, den seine Brüder zurückliessen in rauer Jahreszeit,
indes sie den Frühling suchen im fernen Lande.
    Und das ists, Lieber! Das macht uns arm bei allem Reichtum, dass wir nicht
allein sein können, dass die Liebe in uns, so lange wir leben, nicht erstirbt.
Gib mir meinen Adamas wieder, und komm mit allen, die mir angehören, dass die
alte schöne Welt sich unter uns erneure, dass wir uns versammeln und vereinen in
den Armen unserer Gottheit, der Natur, und siehe! so weiß ich nichts von
Notdurft.
    Aber sage nur niemand, dass uns das Schicksal trenne! Wir sinds, wir! wir
haben unsre Lust daran, uns in die Nacht des Unbekannten, in die kalte Fremde
irgend einer andern Welt zu stürzen, und, wär es möglich, wir verließen der
Sonne Gebiet und stürmten über des Irrsterns Grenzen hinaus. Ach! für des
Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich; und wie der Sonne Strahl die
Pflanzen der Erde, die er entfaltete, wieder versengt, so tötet der Mensch die
süßen Blumen, die an seiner Brust gedeihten, die Freuden der Verwandtschaft und
der Liebe.
    Es ist, als zürnt ich meinem Adamas, dass er mich verließ, aber ich zürn ihm
nicht. O er wollte ja wieder kommen!
    In der Tiefe von Asien soll ein Volk von seltener Trefflichkeit verborgen
sein; dahin trieb ihn seine Hoffnung weiter.
    Bis Nio begleitet ich ihn. Es
