 und Freude, mit Zürnen und Trauern an den Atos hinauf und von
da hinüberschifften in den Hellespont und dann hinab an die Ufer von Rhodus und
die Bergschlünde von Tänarum, durch die stillen Inseln alle, wenn da die
Sehnsucht über die Küsten hinein uns trieb, ins düstere Herz des alten
Peloponnes, an die einsamen Gestade des Eurotas, ach! die ausgestorbnen Tale von
Elis und Nemea und Olympia, wenn wir da, an eine Tempelsäule des vergessenen
Jupiters gelehnt, umfangen von Lorbeerrosen und Immergrün, ins wilde Flussbett
sahen, und das Leben des Frühlings und die ewig jugendliche Sonne uns mahnte, dass
auch der Mensch einst da war, und nun dahin ist, dass des Menschen herrliche
Natur jetzt kaum noch da ist, wie das Bruchstück eines Tempels oder im
Gedächtnis, wie ein Totenbild - da saß ich traurig spielend neben ihm, und
pflückte das Moos von eines Halbgotts Piedestal, grub eine marmorne
Heldenschulter aus dem Schutt, und schnitt den Dornbusch und das Heidekraut von
den halbbegrabnen Architraven, indes mein Adamas die Landschaft zeichnete, wie
sie freundlich tröstend den Ruin umgab, den Weizenhügel, die Oliven, die
Ziegenherde, die am Felsen des Gebirgs hing, den Ulmenwald, der von den Gipfeln
in das Tal sich stürzte; und die Lacerte spielte zu unsern Füßen, und die
Fliegen umsummten uns in der Stille des Mittags - Lieber Bellarmin! ich hätte
Lust, so pünktlich dir, wie Nestor, zu erzählen; ich ziehe durch die
Vergangenheit, wie ein Ährenleser über die Stoppeläcker, wenn der Herr des Lands
geerntet hat; da liest man jeden Strohhalm auf. Und wie ich neben ihm stand auf
den Höhen von Delos, wie das ein Tag war, der mir graute, da ich mit ihm an der
Granitwand des Cyntus die alten Marmortreppen hinaufstieg. Hier wohnte der
Sonnengott einst, unter den himmlischen Festen, wo ihn, wie goldnes Gewölk, das
versammelte Griechenland umglänzte. In Fluten der Freude und Begeisterung warfen
hier, wie Achill in den Styx, die griechischen Jünglinge sich, und gingen
unüberwindlich, wie der Halbgott, hervor. In den Hainen, in den Tempeln
erwachten und tönten in einander ihre Seelen, und treu bewahrte jeder die
entzückenden Akkorde.
    Aber was sprech ich davon? Als hätten wir noch eine Ahnung jener Tage! Ach!
es kann ja nicht einmal ein schöner Traum gedeihen unter dem Fluche, der über
uns lastet. Wie ein heulender Nordwind, fährt die Gegenwart über die Blüten
unsers Geistes und versengt sie im Entstehen. Und doch war es ein goldner Tag,
der auf dem Cyntus mich umfing! Es dämmerte noch, da wir schon oben waren.
Jetzt kam er herauf in seiner ewigen Jugend, der alte Sonnengott, zufrieden und
mühelos
