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    Friede der Schönheit! göttlicher Friede! wer einmal an dir das tobende Leben
und den zweifelnden Geist besänftigt, wie kann dem anderes helfen?
    Ich kann nicht sprechen von ihr, aber es gibt ja Stunden, wo das Beste und
Schönste, wie in Wolken, erscheint, und der Himmel der Vollendung vor der
ahnenden Liebe sich öffnet, da, Bellarmin! da denke ihres Wesens, da beuge die
Knie mit mir, und denke meiner Seligkeit! aber vergiss nicht, dass ich hatte, was
du ahnest, dass ich mit diesen Augen sah, was nur, wie in Wolken, dir erscheint.
    Dass die Menschen manchmal sagen möchten: sie freueten sich! O glaubt, ihr
habt von Freude noch nichts geahnt! Euch ist der Schatten ihres Schattens noch
nicht erschienen! O geht, und sprecht vom blauen Äther nicht, ihr Blinden!
    Dass man werden kann, wie die Kinder, dass noch die goldne Zeit der Unschuld
wiederkehrt, die Zeit des Friedens und der Freiheit, dass doch Eine Freude ist,
Eine Ruhestätte auf Erden!
    Ist der Mensch nicht veraltert, verwelkt, ist er nicht, wie ein abgefallen
Blatt, das seinen Stamm nicht wieder findet und nun umhergescheucht wird von den
Winden, bis es der Sand begräbt?
    Und dennoch kehrt sein Frühling wieder!
    Weint nicht, wenn das Trefflichste verblüht! bald wird es sich verjüngen!
Trauert nicht, wenn eures Herzens Melodie verstummt! bald findet eine Hand sich
wieder, es zu stimmen!
    Wie war denn ich? war ich nicht wie ein zerrissen Saitenspiel? Ein wenig
tönt ich noch, aber es waren Todestöne. Ich hatte mir ein düster Schwanenlied
gesungen! Einen Sterbekranz hätt ich gern mir gewunden, aber ich hatte nur
Winterblumen.
    Und wo war sie denn nun, die Totenstille, die Nacht und Öde meines Lebens?
die ganze dürftige Sterblichkeit?
    Freilich ist das Leben arm und einsam. Wir wohnen hier unten, wie der
Diamant im Schacht. Wir fragen umsonst, wie wir herabgekommen, um wieder den Weg
hinauf zu finden.
    Wir sind, wie Feuer, das im dürren Aste oder im Kiesel schläft; und ringen
und suchen in jedem Moment das Ende der engen Gefangenschaft. Aber sie kommen,
sie wägen Aeonen des Kampfes auf, die Augenblicke der Befreiung, wo das
Göttliche den Kerker sprengt, wo die Flamme vom Holze sich löst und siegend
emporwallt über der Asche, ha! wo uns ist, als kehrte der entfesselte Geist,
vergessen der Leiden, der Knechtsgestalt, im Triumphe zurück in die Hallen der
Sonne.
                             Hyperion an Bellarmin
Ich war einst glücklich, Bellarmin! Bin ich es nicht noch? Wär ich es nicht,
wenn auch der heilige Moment, wo ich zum
