, und Unzertrennlichkeit und ewige
Jugend beseliget, verschönert die Welt.
    Auf dieser Höhe steh ich oft, mein Bellarmin! Aber ein Moment des Besinnens
wirft mich herab. Ich denke nach und finde mich, wie ich zuvor war, allein, mit
allen Schmerzen der Sterblichkeit, und meines Herzens Asyl, die ewigeinige Welt,
ist hin; die Natur verschließt die Arme, und ich stehe, wie ein Fremdling, vor
ihr, und verstehe sie nicht.
    Ach! wär ich nie in eure Schulen gegangen. Die Wissenschaft, der ich in den
Schacht hinunter folgte, von der ich, jugendlich töricht, die Bestätigung meiner
reinen Freude erwartete, die hat mir alles verdorben.
    Ich bin bei euch so recht vernünftig geworden, habe gründlich mich
unterscheiden gelernt von dem, was mich umgibt, bin nun vereinzelt in der
schönen Welt, bin so ausgeworfen aus dem Garten der Natur, wo ich wuchs und
blühte, und vertrockne an der Mittagssonne.
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt,
und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da, wie ein missratener Sohn, den der
Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das
Mitleid auf den Weg gab.
                             Hyperion an Bellarmin
Ich danke dir, dass du mich bittest, dir von mir zu erzählen, dass du die vorigen
Zeiten mir ins Gedächtnis bringst.
    Das trieb mich auch nach Griechenland zurück, dass ich den Spielen meiner
Jugend näher leben wollte.
    Wie der Arbeiter in den erquickenden Schlaf, sinkt oft mein angefochtenes
Wesen in die Arme der unschuldigen Vergangenheit.
    Ruhe der Kindheit! himmlische Ruhe! wie oft steh ich stille vor dir in
liebender Betrachtung, und möchte dich denken! Aber wir haben ja nur Begriffe
von dem, was einmal schlecht gewesen und wieder gut gemacht ist; von Kindheit,
Unschuld haben wir keine Begriffe.
    Da ich noch ein stilles Kind war und von dem allem, was uns umgibt, nichts
wusste, war ich da nicht mehr, als jetzt, nach all den Mühen des Herzens und all
dem Sinnen und Ringen?
    Ja! ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamäleonsfarbe
der Menschen getaucht ist.
    Es ist ganz, was es ist, und darum ist es so schön.
    Der Zwang des Gesetzes und des Schicksals betastet es nicht; im Kind ist
Freiheit allein.
    In ihm ist Frieden; es ist noch mit sich selber nicht zerfallen. Reichtum
ist in ihm; es kennt sein Herz, die Dürftigkeit des Lebens nicht. Es ist
unsterblich, denn es weiß vom Tode nichts.
    Aber das können die Menschen nicht leiden. Das Göttliche muss werden, wie
ihrer einer
