, das Schicksal, ihr entgegenstände.
    Aber dennoch stirbt der Trieb in unserer Brust, und mit ihm unsre Götter und
ihr Himmel.
    Das Feuer geht empor in freudigen Gestalten, aus der dunkeln Wiege, wo es
schlief, und seine Flamme steigt und fällt, und bricht sich und umschlingt sich
freudig wieder, bis ihr Stoff verzehrt ist, nun raucht und ringt sie und
erlischt; was übrig ist, ist Asche.
    So gehts mit uns. Das ist der Inbegriff von allem, was in
schröckendreizenden Mysterien die Weisen uns erzählen.
    Und du? was frägst du dich? Dass so zuweilen etwas in dir auffährt, und, wie
der Mund des Sterbenden, dein Herz in Einem Augenblicke so gewaltsam dir sich
öffnet und verschließt, das gerade ist das böse Zeichen.
    Sei nur still, und lass es seinen Gang gehen! künstle nicht! versuche kindisch
nicht, um eine Ehle länger dich zu machen! - Es ist, als wolltest du noch eine
Sonne schaffen, und neue Zöglinge für sie, ein Erdenrund und einen Mond
erzeugen.
    So träumt ich hin. Geduldig nahm ich nach und nach von allem Abschied. - O
ihr Genossen meiner Zeit! fragt eure Ärzte nicht und nicht die Priester, wenn
ihr innerlich vergeht!
    Ihr habt den Glauben an alles Große verloren; so müsst, so müsst ihr hin, wenn
dieser Glaube nicht wiederkehrt, wie ein Komet aus fremden Himmeln.
                             Hyperion an Bellarmin
Es gibt ein Vergessen alles Daseins, ein Verstummen unsers Wesens, wo uns ist,
als hätten wir alles gefunden.
    Es gibt ein Verstummen, ein Vergessen alles Daseins, wo uns ist, als hätten
wir alles verloren, eine Nacht unsrer Seele, wo kein Schimmer eines Sterns, wo
nicht einmal ein faules Holz uns leuchtet.
    Ich war nun ruhig geworden. Nun trieb mich nichts mehr auf um Mitternacht.
Nun sengt ich mich in meiner eignen Flamme nicht mehr.
    Ich sah nun still und einsam vor mich hin, und schweift in die Vergangenheit
und in die Zukunft mit dem Auge nicht. Nun drängte Fernes und Nahes sich in
meinem Sinne nicht mehr; die Menschen, wenn sie mich nicht zwangen, sie zu
sehen, sah ich nicht.
    Sonst lag oft, wie das ewigleere Fass der Danaiden, vor meinem Sinne dies
Jahrhundert, und mit verschwenderischer Liebe goss meine Seele sich aus, die
Lücken auszufüllen; nun sah ich keine Lücke mehr, nun drückte mich des Lebens
Langeweile nicht mehr.
    Nun sprach ich nimmer zu der Blume, du bist meine Schwester! und zu den
Quellen, wir sind Eines Geschlechts! ich gab nun treulich, wie ein Echo, jedem
Dinge seinen Namen.
    Wie ein Strom an dürren Ufern, wo kein Weidenblatt im
