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gerade recht ist, ihre Sprüche anzubringen, die taten dann sich gütlich, ließ
sich beigehn, mir zu sagen: klage nicht, handle!
    O hätt ich doch nie gehandelt! um wie manche Hoffnung wär ich reicher! -
    Ja, vergiss nur, dass es Menschen gibt, darbendes, angefochtenes, tausendfach
geärgertes Herz! und kehre wieder dahin, wo du ausgingst, in die Arme der Natur,
der wandellosen, stillen und schönen.
                             Hyperion an Bellarmin
Ich habe nichts, wovon ich sagen möchte, es sei mein eigen.
    Fern und tot sind meine Geliebten, und ich vernehme durch keine Stimme von
ihnen nichts mehr.
    Mein Geschäft auf Erden ist aus. Ich bin voll Willens an die Arbeit
gegangen, habe geblutet darüber, und die Welt um keinen Pfenning reicher
gemacht.
    Ruhmlos und einsam kehr ich zurück und wandre durch mein Vaterland, das, wie
ein Totengarten, weit umher liegt, und mich erwartet vielleicht das Messer des
Jägers, der uns Griechen, wie das Wild des Waldes, sich zur Lust hält.
    Aber du scheinst noch, Sonne des Himmels! Du grünst noch, heilige Erde! Noch
rauschen die Ströme ins Meer, und schattige Bäume säuseln im Mittag. Der
Wonnegesang des Frühlings singt meine sterblichen Gedanken in Schlaf. Die Fülle
der allebendigen Welt ernährt und sättiget mit Trunkenheit mein darbend Wesen.
    O selige Natur! Ich weiß nicht, wie mir geschiehet, wenn ich mein Auge
erhebe vor deiner Schöne, aber alle Lust des Himmels ist in den Tränen, die ich
weine vor dir, der Geliebte vor der Geliebten.
    Mein ganzes Wesen verstummt und lauscht, wenn die zarte Welle der Luft mir
um die Brust spielt. Verloren ins weite Blau, blick ich oft hinauf an den Äther
und hinein ins heilige Meer, und mir ist, als öffnet' ein verwandter Geist mir
die Arme, als löste der Schmerz der Einsamkeit sich auf ins Leben der Gottheit.
    Eines zu sein mit Allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel des
Menschen.
    Eines zu sein mit Allem, was lebt, in seliger Selbstvergessenheit
wiederzukehren ins All der Natur, das ist der Gipfel der Gedanken und Freuden,
das ist die heilige Bergeshöhe, der Ort der ewigen Ruhe, wo der Mittag seine
Schwüle und der Donner seine Stimme verliert und das kochende Meer der Woge des
Kornfelds gleicht.
    Eines zu sein mit Allem, was lebt! Mit diesem Worte legt die Tugend den
zürnenden Harnisch, der Geist des Menschen den Zepter weg, und alle Gedanken
schwinden vor dem Bilde der ewigeinigen Welt, wie die Regeln des ringenden
Künstlers vor seiner Urania, und das eherne Schicksal entsagt der Herrschaft,
und aus dem Bunde der Wesen schwindet der Tod
