 geht? Nein! nein! Man frägt nicht, ob ihr wollt!
Ihr wollt ja nie, ihr Knechte und Barbaren! Euch will man auch nicht bessern,
denn es ist umsonst! man will nur dafür sorgen, dass ihr dem Siegeslauf der
Menschheit aus dem Wege geht. O! zünde mir einer die Fackel an, dass ich das
Unkraut von der Heide brenne! die Mine bereite mir einer, dass ich die trägen
Klötze aus der Erde sprenge!
    Wo möglich, lehnt man sanft sie auf die Seite, fiel ich ein.
    Alabanda schwieg eine Weile.
    Ich habe meine Lust an der Zukunft, begann er endlich wieder, und fasste
feurig meine beeden Hände. Gott sei Dank! ich werde kein gemeines Ende nehmen.
Glücklich sein, heißt schläfrig sein im Munde der Knechte. Glücklich sein! mir
ist, als hätt ich Brei und laues Wasser auf der Zunge, wenn ihr mir sprecht von
glücklich sein. So albern und so heillos ist das alles, wofür ihr hingebt eure
Lorbeerkronen, eure Unsterblichkeit.
    O heiliges Licht, das ruhelos, in seinem ungeheuren Reiche wirksam, dort
oben über uns wandelt, und seine Seele auch mir mitteilt, in den Strahlen, die
ich trinke, dein Glück sei meines!
    Von ihren Taten nähren die Söhne der Sonne sich; sie leben vom Sieg; mit
eigenem Geist ermuntern sie sich, und ihre Kraft ist ihre Freude. -
    Der Geist dieses Menschen fasste einen oft an, dass man sich hätte schämen
mögen, so federleicht hinweggerissen fühlte man sich.
    O Himmel und Erde! rief ich, das ist Freude! - Das sind andre Zeiten, das
ist kein Ton aus meinem kindischen Jahrhundert, das ist nicht der Boden, wo das
Herz des Menschen unter seines Treibers Peitsche keucht. - Ja! ja! bei deiner
herrlichen Seele, Mensch! Du wirst mit mir das Vaterland erretten.
    Das will ich, rief er, oder untergehn.
    Von diesem Tag an wurden wir uns immer heiliger und lieber. Tiefer
unbeschreiblicher Ernst war unter uns gekommen. Aber wir waren nur um so seliger
zusammen. Nur in den ewigen Grundtönen seines Wesens lebte jeder, und schmucklos
schritten wir fort von einer großen Harmonie zur andern. Voll herrlicher Strenge
und Kühnheit war unser gemeinsames Leben.
    Wie bist du denn so wortarm geworden? fragte mich einmal Alabanda mit
Lächeln. In den heißen Zonen, sagt ich, näher der Sonne, singen ja auch die
Vögel nicht.
    Aber es geht alles auf und unter in der Welt, und es hält der Mensch mit
aller seiner Riesenkraft nichts fest. Ich sah einmal ein Kind die Hand
ausstrecken, um das Mondlicht zu haschen; aber das Licht ging ruhig weiter seine
Bahn.
