 auf ewig! - Mein
Herz aber, ha Tyrann! das wirst du nicht erhalten.
14 Du verlangst mein Herz? Das Herz will ich dir geben. (Vor sich.) Aber
treulos! was red' ich! Grausamer, hoff' es nicht, nein, nein! Aber warte, aber
höre, aber hemme den Zorn; ja, das Herz will ich dir geben.
 Welch ein Abgrund von Qualen! überall ist Gefahr; ich habe keinen Rat, keine
Vernunft mehr.
15 Welch eine düstere Zurüstung von Schrecken und Trauer! welch eine klägliche
und wilde Wohnung von Finsternis und Schatten! O weh! träum' ich, oder wach'
ich? Ich höre, oder mich dünkt zu hören die Stimme, das Aechzen des sterbenden
Gatten.
Und diese schwarze tiefe Dunkelheit, die da aufsteigt! - Ha, barbarischer
Tyrann, du hast meinen Gemahl ermordet.
16 Blasser Schatten, der du hier dich aufhältst, blutige Gestalt, die du um mich
her irrst, was rufst du mich? was willst du von mir?
17 Bei der bloßen Vorstellung vergeht mir der Atem, bricht mir der Schweiß aus,
erstarr' ich.
18 Auf diesem toten Gesichte will ich mein krankes Leben aushauchen.
19 Schon im Jahre 1632 wurde eine Oper Phaeton zu Rom aufgeführt. Auch Graun
musste einen in Musik setzen.
20 Tyrannische Götter, nicht so viel Strenge! besänftigt den Kummer eines armen
Herzens.
21 Verdammt mich das harte ungünstige Schicksal zu sterben: ha! so will ich
wenigstens als ein Tapfrer fallen, ohn' einen Schatten von Feigheit.
 Die ganze Welt rede dann zu ihrem Erstaunen von meinen Unfällen; und die Sterne
mögen erröten über ihre Grausamkeit.
22 Ich höre das Wiehern der erhitzen Rosse.
23 Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine
Feinde zum Schemel deiner Füße lege; u.s.f. Ps. 110.
24 Stör' ich je deine Ruhe, so habe mein Herz keinen Frieden!
25 Porus starb also! Wenn der Himmel mich von meinem teuren Gatten trennt;
u.s.f.
26 Die süße Gattin sich rauben sehen.
27 Armer Kleiner, du weißt dein Schicksal nicht.
28 Ha, du wendest den Blick anders wohin!
29 Dircea bin ich, gehe zum Tode, habe kein Verbrechen.
30 Wenn ich dir alle meine Leiden sagen könnte, so würd' ich dir vor Wehmut das
Herz zerteilen.
31 Das Gastmal.
32 Teure Stimme meines Geliebten, ich höre dich, erkenne dich wieder.
33 Feucht und nebelicht steigt schon die dunkle Nacht herauf.
34 O, aus Barmherzigkeit, verbirg mir wenigstens die herbe Wunde dieser Brust!
 O
