 den du es ankettest, den Reiz meines Vaterlandes gewinnen. Aber
Ihr, zu denen diese Empfindungen in der Ferne, die uns scheidet, hinströmen - du
heilig verbundenes Drei! vergib mir, wenn ich in dieser hinfliegenden
reichhaltigen Minute, über dich und deinen Himmel voll Seligkeit noch eine Macht
erkenne, die selbst, ergreifender als du, mein bebendes Herz anmahnt! Ja,
Eduard, in diesem Gedränge so lieblich schwärmerischer Gedanken war sie es, die
holde Irrende, die gebietender als alle andere Lockungen vor meine Seele trat.
Jenes heilige Gefühl, unter ihren Augen gewonnen, das sich von dem weltlichen
Geschäfte, dessen ich mich eben entledigt habe, wie die Andacht von dem Wucher,
zurückzog, heftete sich jetzt nur desto stärker an meine empfängliche Seele und
verbreitete sich über sie in vielfach dunkelm Geflechte. Sie schien meinem
vorbeirollenden Wagen aus ihrem Kerker nachzurufen: Kehre um, leichtsinniger
Mensch! - Erwarte das große Schauspiel meiner Genesung, um an meinem Altar dein
Herz an der heiligen Flamme zu erwärmen, die mein grausendes Schicksal umnebeln,
aber nicht verlöschen konnte. Kehre um und sieh, wie sich aus der Verklärung
meines Freundes ein Funken herabsenket, der meinem Irrgestirn zur Rückkehr in
seine Bahn vorleuchten - an meiner Brust lodern - das Ebenbild seines Vaters
zurückstrahlen, und mein vertrocknendes Auge mit lindernden Tränen befeuchten
wird! So sprechend stand die hohe Dulderin vor meiner Seele; als ich aber aus
dem Kreise des magischen Spiegels heraustrat, und mich nach mir selbst wieder
umsah - ergriff und schleuderte mich mein Bewusstsein in einen desto düsterern
Abgrund.
    Freund, ich habe Dir nie verleugnet, was in meiner Tiefe vorging - warum
sollte ich Dir jetzt die beschämenden Gefühle verhehlen, die, wie der Zugwind
auf offene Wunden, auf die schmerzhaften Stellen meines Herzens eindrangen. O!
das ist eine viel zu schonende Vergleichung. - Es war der reine Lichtstrom aus
Agatens unbefangenem - aus Klarens belohntem und aus dem bangenden Herzen der
heiligen Märtyrin zusammengeflossen, der die Kruste eines stehenden Sumpfs
bespülte und die Quellen seines schädlichen Aushauchs sichtbar machte. - Der
Anblick empörte meinen Stolz. - Ich wollte Trost - erwartete Schutz - forderte
Beruhigung von ihm - erhob mich - und, woher, fragt' ich übermütig, kommt dir
so unverlangt die Beleuchtung deines Unwerts? - von einer Wahnsinnigen......
Wie? welcher Dämon gab mir dies verunstaltende Wort ein?
    O du schuldloses Opfer des grausamsten Verhängnisses. - Wehe dem Lästerer,
der das Kleinod deines Wesens darum nicht für unschätzbar erklären wollte, weil
es getrübt ist! Er lasse den Nebel des Augenblickes verdünsten, und wie ein
angehauchter Diamant, wird es in seinen angeborenen Glanz - in seine fleckenlose
Natur übertreten. - Selbst in der Glut
