 an elektrischen Fädchen
In jedem Marmorpallast ein liebes Hüttchen gebaut.
Wer lächelnd neben sich blickt, schwingt immer leichter sein Rädchen,
Als der mit gierigem Ernst in das Unendliche schaut.
Nur durch Vergleichung schminke dein Mädchen,
Je schwärzer dein Mohr, je blonder wird deine Braut.
Die große Wahrheit hat mir das nächste Körbchen vertraut.
Denn wer - beim Anblick der zwei Magdalenen20
Wär blöde genug, sich nach der größeren zu sehnen,
Wenn er die kleinre darneben erblickt?
Die Stolze, schwerlich für nichts mit einem Namen geschmückt,
Der nur die Büssenden ziert, zerfliesst in reuigen Tränen.
Gleich einer Opernprinzess erweckt ihr Umfang nur Gähnen,
Und ist, besieht man sie recht, von allen Seiten gedrückt.
Preis sei der kleinen, die mich, wie vormals Margot, entzückt!
Sie, niedlicher als ein Ei, das, weit davon es zu wähnen,
Ein lauschend Vögelchen birgt, das an der Schale schon pickt
Welch' eine herrliche Frucht! Doch leider! eine von denen,
Die man, zum Unglück für Dich, nicht leicht ins Ausland verschickt.
Obschon mein träumender Geist nicht ohne Sehnsucht und Wonne
Bald ein Gewächs von der Spree mit einem von der Garonne,
Bald asiatischen Prunk mit deutschen Flittern verglich,
Fühlt er doch heimlicher nie und nie gefesselter sich,
Als da ihm - während der Sammt der unberührten Mignonne21
Der Schmeichelei meiner Hand mit feinem Nachgeben wich -
Schon wieder - Kann ich dafür? - das Ideal einer Nonne,
Und durch Verbindung mit ihr das Bild Agatens beschlich.
Welch Wunder eines Fantoms! zart wie aus Stäubchen der Sonne,
Hell wie Diana bei Nacht, doch ewig Schad', es verblich,
Als ungefähr es ein Hauch des nahen Urbilds bestrich.
Ihr reinen Herzen! Euch steht der Unschuld Engel zur Seiten,
Verweht der Ahnungen Gift, die schlüpfrig über Euch gleiten
Und Eure Würde doch scheun. Nur durch das Edle gerührt,
Wie könnt' ein Spiel der Natur, ein Nichts, ein Blick in die weiten
Gefilde optischen Trugs Euch in die Träume verleiten,
Die zu enträtseln allein dem wilden Jüngling gebührt.
Nur ihn ermuntre mein Scherz in unsern ehlosen Zeiten
Den Magdalenen vorbei sich eine Frucht zu erschreiten,
Die der Mignonne verwandt, noch nie von Wespen erspürt,
Auf Hymens Lager erst reist. Versteht er Zeichen zu deuten,
Welch Glück für Augen und Herz, wenn er nach frohem Erstreiten
Sie, frisch gebrochen vom Stamm, dem Garten Amors entführt.
Nach diesem Probejuwel, dem Gränzstein meines Gesanges,
Zieh' aus dem Orkus, wer mag, die voll unheiligen Dranges
Gespaltne gelbe Granat' an die Bestrahlung des Lichts!
Ich eile mit der Moral zur Mangostine22 vom Ganges.
Ist's möglich, deck' ihr Gebräm,
