 Ach das hässliche
Toulon! Der Wagen meines Freundes hielt am Ende seines Parks. Seine Rosse
schnauften und stampften und wieherten im Gefühl ihres Muts. Und ich musste dich
verlassen, Tal der Unschuld und Freude, dich, Sonne über ihm? - Ach mir war,
als könnte nur Finsternis hinter den Bergen liegen. Ich blickte noch einmal
wonnetrunken in ihr heiliges Antlitz, und breitete meine Arme aus, als wollte
ich den ganzen Weltkreis an mein liebendes Herz drücken - ich blickte noch
einmal zu ihr hinauf, und unwillkürlich entschwebte der harmonische Ausruf
meinen Lippen:
Staub, der, zu Gott empor gedrungen,
Am Fußtritt seines Trones glimmt!
und so bot ich meinem freundlichen Geleiter die Hand, stieg hastigen Schritts
aus seinem Tempel, durch den Park, in den Phaëton. Hier fasste er stillschweigend
die Zügel, überließ mich ungestört der oberen Region, und sorgte nur, dass wir in
der unteren nicht aus dem Gleise kämen. Indem wir über den Steinweg flogen,
ergriff ich meine Harfe, und stimmte mit allen Saiten in den Psalm ein, der seit
den zwei Noten, mit denen ich anschlug, in mir forttönte. - Jetzt waren die
Beweise meiner Genesung vollständig; die Natur hatte den letzten beigebracht,
denn sie hatte mein Dichtergefühl wieder erweckt. Mein Herz schwoll, meine
dunkeln Empfindungen bildeten sich zu harmonischen Worten, äterisches Feuer
erhellte den Blick, den ich dankend gen Himmel schlug, eine singende Lerche
stieg und funkelte mit ihm zugleich in die Höhe, und mein Lied begann.
Staub, der, zu Gott empor gedrungen,
Am Fußtritt seines Trones glimmt,
Ziel meines Psalms, im Chor gesungen,
Das jubelnd, dich umschlungen,
In deinem Äther schwimmt!
Seit du, der leeren Nacht entsunken,
Dein stolzes Licht von Ihm geholt,
Sah es in dem Gewühl der Funken,
Die durch den Luftraum prunken,
Schon manchen Stern verkohlt.
Nur deinem Urgestirn veraltet
Kein Reiz! Mit gleicher Kraft beflammt,
Treibt es sein großes Rad, entfaltet
Die Zeiten, und verwaltet,
Wie sonst, sein Mittleramt.
Und lenken aller Erden Psalmen
Gleich nicht den Ausfluss deines Strahls,
Doch überkleidest du die Palmen
Des Atos, wie die Halmen
Des rauhsten Schweizertals!
Hat nicht ein Geist, aus dir geboren,
Der Liebe Freudenquell gewürzt,
Der aus den Urnen aller Horen,
Verteilt - doch unverloren,
In alle Wesen stürzt?
Juwel in des Erschaffers Kranze,
Und erstes Wunder seines Hauchs,
Du leitest, schmückst, vereinst das Ganze -
Eins fehlt nur deinem Glanze -
Bewusstsein des Gebrauchs.
So viel dir Kraft ward, doch entquellen
Dir Triebe nie, die, warm und rein,
Die Brust des edelen Mannes schwellen,
Freund seiner Mitgesellen
Am Bau der Welt zu sein
