 viel es dessen sich entlud,
Steht es noch immerfort in Sud;
Unförmlich, wie es Anfangs war,
Schäumt es nicht aus und wird nicht klar.
Denn, wie auf einem Feuerherd
Ein Topf voll Spülicht kocht und gährt,
Dass alles wild und unbestimmt
Bald abwärts fährt, bald oben schwimmt,
So treibt das heut'ge Sekulum
Das morgende mit sich herum;
Die Wasserblase, die gebläht
Sich jetzt am Rand des Topfes dreht,
Und Farben strahlt, zerplatzt und sinkt
Von ihrer Höh' herab und - stinkt.
Nachdem sich hier ein Element
Der Fäulnis von dem Ganzen trennt,
Und sich, wie es dem Zufall g'nügt,
An einen andern Unrat fügt,
Entstehn Systeme und entstehn
Beweise, die in Rauch vergehen;
Der alte Irrtum sinkt und schnellt
Bald einen neuen in die Welt,
Dass alles durch einander irrt,
Der Maulwurf ein Gesalbter wird,
Und oft der Wirbel einer Nacht
Den Narren zum Propheten macht.
Mischt Faulheit sich und Heuchelei
Mit Unvernunft in Einen Brei,
So stößt die Gährung mit Gebraus
Konvente von Geweihten aus,
Wie die Chymisten Tinte ziehen
Aus Salz, Galläpfeln und Urin;
Aus ähnlicher Mixtur entstand
Papst Bonifaz und Hildebrand.
Da Gott der Herr in Gloria
Von fern schon diesen Gräuel sah,
Warum zermalmt' er nicht den Topf
Auf ewig, samt dem ersten Tropf,
Der an dem Boden lag, noch eh'
Er seinen zweiten spaltete?
Doch da's dem Schöpfer nicht gefiel,
So stell' euch unser Puppenspiel
Die erste Menschentorheit dar,
Die in's Unendliche gebar:
Im ersten Aufzug sollt ihr sehen
Sich Sonn' und Mond im Kreise drehn,
Und fünkeln ohne Maß und Zahl
Die lieben Sternlein allzumal:
Zwar bleibt noch, bis zur Wiederkehr
Des andern Tag's, die Erde leer;
Doch währt's ein Vaterunser kaum,
So schwindet auch der leere Raum.
Ein zweiter Vorhang öffnet euch
Das Tierreich und das Pflanzenreich,
Wo mit dem schnellsten Übergang,
Bei Wolfsgeheul und Vogelsang,
Sich Berg und Tal mit Grün umzieht,
Der Giftstrauch bei der Rose blüht,
Der Tiger ohne Trug und List
Des ersten Schafes Freund noch ist,
Und über alles ausgeziert
Die Schlang' aus Hörn sich distinguirt.
Und seid ihr dieses Anblicks satt,
Tritt Adam ohne Feigenblatt
Im dritten Aufzug auf, gelehnt,
Am nächsten Apfelbaum, und gähnt;
Und weil er weder wie noch wann -
Woher - wohin - begreifen kann,
Weiß er auch weiter nichts zu tun
Von der Erschaffung auszuruhn,
Als er geht hin und strecket sich
Zum erstenmale - königlich
In's Gras - versucht's und macht sich blind
Für Erd' und Himmel, und ersinnt
Das Glück der Menschen - wie bekannt -
Von allen
