, wie mein Auserwählter, an den Ort der
Stille, wo gereinigt wird das Herz, und geheiliget zur Braut des Himmels! Folg
mir nach, o Bild des Auserwählten, den ich bald zum letztenmal erblicke, bis wir
uns begegnen in den Tälern Edens! - Heiliger Thomas, dessen Bild mein
Auserwählter ist, bald erblick ich dich mit ihm, und singe Siegeslieder! - Wenig
Tage noch, mein Bräutigam, so wirst du meinem Aug entrissen, denn die Zelle hat
sich aufgetan; aber meine Seele soll dich sehen, bis ich lieg' und schlaf im
Grabe.
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                               Am 12ten November.
                      (als sie ins Kloster getreten war.)
    Ich bin eingegangen in den Ort der Ruhe; aber noch ist keine Ruh in meinem
Herzen. Gestern hab ich dich zum letztenmal gesehen, mein Bräutigam! Ach, zum
letztenmal! Schöner warst du mir, als jemals, weil du traurig warst und
weintest. - Heilig ist der Ort, den ich bewohne. Heilig soll mein Herz sein, und
entfernt vom Irrbisschen. Aber sollt ich dein nicht mehr gedenken, du Erwählter?
Du bist heilig, wie ein Tempel Gottes; ich gedenke deiner. - Still und öd ists
um mich her; meine Schwestern schlafen, aber meine Seele wacht noch, und
bespricht sich mit der deinigen. Möchtest du zuweilen noch der Abgeschiedenen
gedenken, die so heiß und heilig dich geliebt hat! Aber in dein Herz drang nie
der Stral der Liebe; mich allein hat er entzündet, dass ich brenne sonder
Nahrung.
    Ich murre nicht, Geliebter! Wohl dir, dass du Ruhe hast im Herzen, und den
Sturm der Leidenschaft nicht hörest! Doppelt würd ich leiden, wenn auch deine
Seele litte. Geh im Frieden ein in deine Zelle! Schlummre sanft, wie ich einst
schlummern konnte, eh ich dich erblickte! Wandle ruhig auf dem Pfad des Lebens,
bis am Ziel du bist, wo das Mädchen wartet, das geduldet hat bis an ihr Ende!
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                              Am 30sten November.
    Meine Kraft nimmt ab; mein Leben welkt dahin; aber meine Liebe grünt und
wächst. Ewig ist sie, wie das ewige Licht, das in der Lampe brennt im Chor. Der
Hauch des Todes wird sie nicht auslöschen, oder meine Seele stürbe mit. Wenn die
Glocke mich erweckt zum Beten, so ists, als ob mir deine Stimme rufte, du
Erwählter. Du befeuerst meine Andacht, und hebst hoch mein Herz. - Oft zittert
meine Seele, dass sie dich erblickt am Altar, wenn sie betet; aber du bist ja
heilig, und darfst wohl vor Gott erscheinen. - Meine Schwestern fragen mich,
warum ich blass sei? Sie bedauern mich, und weinen,
