, aber Sie missgönnen mir
meinen kleinen Besitz und suchen mich deshalb zu demütigen, das kann ich nicht
aushalten. Und nun, nachdem Sie meinen Koffer aufgebrochen haben, entschuldigen
Sie sich mit keinem Wort, sondern beschimpfen mich noch und beschimpfen weiter
mein Volk - damit nehmen Sie mir aber auch jede Möglichkeit, bei Ihnen zu
bleiben. Übrigens gilt das alles nicht eigentlich von Ihnen, Robinson. Gegen
Ihren Charakter habe ich nur einzuwenden, dass Sie von Delamarche zu sehr
abhängig sind.«
    »Da sehen wir ja«, sagte Delamarche, indem er zu Karl trat und ihm einen
leichten Stoß gab, wie um ihn aufmerksam zu machen »da sehen wir ja, wie Sie
sich entpuppen. Den ganzen Tag sind Sie hinter mir gegangen, haben sich an
meinem Rock gehalten, haben mir jede Bewegung nachgemacht und waren sonst still
wie ein Mäuschen. Jetzt aber, da Sie im Hotel irgendeinen Rückhalt spüren,
fangen Sie große Reden zu halten an. Sie sind ein kleiner Schlaumeier, und ich
weiß noch gar nicht, ob wir das so ruhig hinnehmen werden. Ob wir nicht das
Lehrgeld für das verlangen werden, was Sie uns während des Tages abgeschaut
haben. Du, Robinson, wir beneiden ihn - meint er - um seinen Besitz. Ein Tag
Arbeit in Butterford - von Kalifornien gar nicht zu reden -, und wir haben
zehnmal mehr, als Sie uns gezeigt haben und als Sie in Ihrem Rockfutter noch
versteckt haben mögen. Also, nur immer Achtung aufs Maul!«
    Karl hatte sich vom Koffer erhoben und sah nun auch den verschlafenen, aber
vom Bier ein wenig belebten Robinson herankommen. »Wenn ich noch lange
hierbliebe«, sagte er, »könnte ich vielleicht noch weitere Überraschungen
erleben. Sie scheinen Lust zu haben, mich durchzuprügeln.«
    »Alle Geduld hat ein Ende«, sagte Robinson.
    »Sie schweigen besser, Robinson«, sagte Karl, ohne Delamarche aus den Augen
zu lassen, »im Innern geben Sie mir ja doch recht, aber nach außen müssen Sie es
mit Delamarche halten!«
    »Wollen Sie ihn vielleicht bestechen?« fragte Delamarche.
    »Fällt mir nicht ein«, sagte Karl. »Ich bin froh, dass ich fortgehe, und ich
will mit keinem von Ihnen mehr etwas zu tun haben. Nur eines will ich noch
sagen, Sie haben mir den Vorwurf gemacht, dass ich Geld besitze und es vor Ihnen
versteckt habe. Angenommen, dass es wahr ist, war es nicht sehr richtig Leuten
gegenüber gehandelt, die ich erst ein paar Stunden kannte, und bestätigen Sie
nicht noch durch Ihr jetziges Benehmen die Richtigkeit einer derartigen
Handlungsweise?«
    »Bleib ruhig«, sagte Delamarche zu Robinson, obwohl
