, weil es schwer ist und dort überall
verschiedene Sachen herumliegen, so dass man es nicht mit einem Male durchrollen
kann. Brunelda liegt zum Beispiel ruhig auf dem Kanapee und fängt Fliegen, die
sie überhaupt sehr belästigen. Du glaubst also, sie kümmert sich um dich nicht,
und rollst dein Fass weiter. Sie liegt noch immer ruhig. Aber in einem
Augenblick, wo du es gar nicht erwartest und wo du am wenigsten Lärm machst,
setzt sie sich plötzlich aufrecht, schlägt mit beiden Händen auf das Kanapee,
dass man sie vor Staub nicht sieht - seit wir hier sind, habe ich das Kanapee
nicht ausgeklopft; ich kann ja nicht, sie liegt doch immerfort darauf - und
fängt schrecklich zu schreien an, wie ein Mann, und schreit so stundenlang. Das
Singen haben ihr die Nachbarn verboten, das Schreien aber kann ihr niemand
verbieten, sie muss schreien, übrigens geschieht es ja jetzt nur selten, ich und
Delamarche sind sehr vorsichtig geworden. Es hat ihr ja auch sehr geschadet.
Einmal ist sie ohnmächtig geworden, und ich habe - Delamarche war gerade weg -
den Studenten von nebenan holen müssen, der hat sie aus einer großen Flasche mit
Flüssigkeit bespritzt, es hat auch geholfen, aber diese Flüssigkeit hat einen
unerträglichen Geruch gehabt, noch jetzt, wenn man die Nase zum Kanapee hält,
riecht man es. Der Student ist sicher unser Feind, wie alle hier, du musst dich
auch vor allen in acht nehmen und dich mit keinem einlassen.«
    »Du, Robinson«, sagte Karl, »das ist aber ein schwerer Dienst. Da hast du
mich für einen schönen Posten empfohlen.«
    »Mach dir keine Sorgen«, sagte Robinson und schüttelte mit geschlossenen
Augen den Kopf, um alle möglichen Sorgen Karls abzuwehren. »Der Posten hat auch
Vorteile, wie sie dir kein anderer Posten bieten kann. Du bist immerfort in der
Nähe einer Dame wie Brunelda, du schläfst manchmal mit ihr im gleichen Zimmer,
das bringt schon, wie du dir denken kannst, verschiedene Annehmlichkeiten mit
sich. Du wirst reichlich bezahlt werden, Geld ist in Menge da, ich habe als
Freund Delamarches nichts bekommen; nur wenn ich ausgegangen bin, hat mir
Brunelda immer etwas mitgegeben, aber du wirst natürlich bezahlt werden wie ein
anderer Diener. Du bist ja auch nichts anderes. Das Wichtigste für dich aber
ist, dass ich dir den Posten sehr erleichtern werde. Zunächst werde ich natürlich
nichts machen, damit ich mich erhole, aber wie ich nur ein wenig erholt bin,
kannst du auf mich rechnen. Die eigentliche Bedienung Bruneldas behalte ich
überhaupt für mich, also das Frisieren und Anziehen, soweit es nicht Delamarche
besorgt. Du wirst dich nur
