 was sie sagt, aber
meistens liegt sie nur so wie früher auf dem Kanapee und rührt sich nicht.
Früher habe ich öfters den Vorhang so ein wenig weggezogen und durchgeschaut,
aber seit einmal Delamarche bei einer solchen Gelegenheit - ich weiß genau, dass
er es nicht wollte, sondern es nur auf Bruneldas Bitte tat - mir mit der
Peitsche einige Male ins Gesicht geschlagen hat - siehst du die Striemen? -,
wage ich nicht mehr, durchzuschauen. Und so liege ich dann hier auf dem Balkon
und habe kein Vergnügen außer essen. Vorgestern, wie ich des Abends so allein
gelegen bin, damals war ich noch in meinen eleganten Kleidern, die ich leider in
deinem Hotel verloren habe - diese Hunde; reißen einem die teueren Kleider vom
Leib! - wie ich also da so allein gelegen bin und durch das Geländer
hinuntergeschaut habe, war mir alles so traurig und ich habe zu heulen
angefangen. Da ist zufällig, ohne dass ich es gleich bemerkt habe, die Brunelda
zu mir herausgekommen in dem roten Kleid - das passt ihr doch von allen am besten
-, hat mir ein wenig zugeschaut und hat endlich gesagt: Robinson warum weinst
du? Dann hat sie ihr Kleid gehoben und hat mir mit dem Saum die Augen
abgewischt. Wer weiß, was sie noch getan hätte, wenn nicht Delamarche nach ihr
gerufen hätte und sie nicht sofort wieder ins Zimmer hätte hineingehen müssen.
Natürlich habe ich gedacht, jetzt sei die Reihe an mir, und habe durch den
Vorhang gefragt, ob ich schon ins Zimmer darf. Und was meinst du, hat die
Brunelda gesagt: Nein! hat sie gesagt, und Was fällt dir ein? hat sie gesagt.«
    »Warum bleibst du denn hier, wenn man dich so behandelt?« fragte Karl.
    »Verzeih, Rossmann, du fragst nicht sehr gescheit«, antwortete Robinson. »Du
wirst schon auch noch hier bleiben, und wenn man dich noch ärger behandelt.
Übrigens behandelt man mich gar nicht so arg.«
    »Nein«, sagte Karl, »ich gehe bestimmt weg, und womöglich noch heute abend.
Ich bleibe nicht bei euch.«
    »Wie willst du denn zum Beispiel das anstellen, heute abend wegzugehen?«
fragte Robinson, der das Weiche aus dem Brot herausgeschnitten hatte und
sorgfältig in dem Öl der Sardinenbüchse tränkte. »Wie willst du weggehen, wenn
du nicht einmal ins Zimmer hineingehen darfst?«
    »Warum dürfen wir denn nicht hineingehen?«
    »Nun, solange es nicht geläutet hat, dürfen wir nicht hineingehen«, sagte
Robinson, der mit möglichst weit geöffnetem Munde das fette Brot verspeiste,
während er mit einer Hand das vom Brot herabtropfende Öl auffing, um von
