 gleiche auszurichten:
Unser Abschied war, wenn das nicht schon an und für sich klar gewesen sein
sollte, ein endgültiger. Sie beide haben mir mehr Leid getan als irgend jemand.
Haben Sie sich vielleicht in den Kopf gesetzt, mich auch weiterhin nicht in Ruhe
zu lassen?«
    »Wir sind doch Ihre Kameraden«, sagte Robinson, und widerliche Tränen der
Trunkenheit stiegen ihm in die Augen. »Delamarche lässt Ihnen sagen, dass er Sie
für alles Frühere entschädigen will. Wir wohnen jetzt mit Brunelda zusammen,
einer herrlichen Sängerin.« Und im Anschluss daran wollte er gerade ein Lied in
hohen Tönen singen, wenn ihn nicht Karl noch rechtzeitig angezischt hätte:
»Schweigen Sie, aber augenblicklich; wissen Sie denn nicht, wo Sie sind!«
    »Rossmann«, sagte Robinson, nun rücksichtlich des Singens eingeschüchtert
»ich bin doch Ihr Kamerad, sagen Sie, was Sie wollen. Und nun haben Sie hier
eine so schöne Position, könnten Sie mir einiges Geld überlassen?«
    »Sie vertrinken es ja bloß wieder«, sagte Karl, »da sehe ich in Ihrer Tasche
sogar irgendeine Branntweinflasche, aus der Sie gewiss, während ich weg war,
getrunken haben, denn anfangs waren Sie ja noch ziemlich bei Sinnen.«
    »Das ist nur zur Stärkung, wenn ich auf einem Wege bin«, sagte Robinson
entschuldigend.
    »Ich will Sie ja nicht mehr bessern«, sagte Karl.
    »Aber das Geld!« sagte Robinson mit aufgerissenen Augen.
    »Sie haben wohl von Delamarche den Auftrag bekommen, Geld mitzubringen. Gut,
ich gebe Ihnen Geld, aber nur unter der Bedingung, dass Sie sofort von hier
fortgehen und niemals mehr mich hier besuchen. Wenn Sie mir etwas mitteilen
wollen, schreiben Sie an mich. Karl Rossmann, Liftjunge, Hotel Occidental, genügt
als Adresse. Aber hier dürfen Sie, das wiederhole ich, mich nicht mehr besuchen.
Hier bin ich im Dienst und habe keine Zeit für Besuche. Wollen Sie also das Geld
unter dieser Bedingung?« fragte Karl und griff in die Westentaschen, denn er war
entschlossen, das Trinkgeld der heutigen Nacht zu opfern. Robinson nickte bloß
zu der Frage und atmete schwer. Karl deutete das unrichtig und fragte nochmals:
»Ja oder nein?«
    Da winkte ihn Robinson zu sich heran und flüsterte unter Schlingbewegungen,
die schon ganz deutlich waren: »Rossmann, mir ist sehr schlecht.«
    »Zum Teufel«, entfuhr es Karl, und mit beiden Händen schleppte er ihn zum
Geländer. Und schon ergoss es sich aus Robinsons Mund in die Tiefe. Hilflos
strich er in den Pausen, die ihm seine Übelkeit ließ, blindlings zu Karl hin.
    »Sie sind
