 ist für sie bereit, sie wird hinkommen, von
den weinenden Freundinnen begrüßt, wird sich das Kleid vom Leib, die Bänder aus
den Haaren reißen und alles in einen Winkel stopfen, wo es gut verborgen ist und
nicht unnötig an Zeiten erinnert, die vergessen bleiben sollen. Dann wird sie
den großen Eimer und den Besen nehmen, die Zähne zusammenbeissen und an die
Arbeit gehen. Vorläufig aber musste sie noch alles K. erzählen, damit er, der
ohne Hilfe auch jetzt dies noch nicht erkannt hätte, einmal deutlich sieht, wie
hässlich er an Pepi gehandelt und wie unglücklich er sie gemacht habe. Freilich,
auch er ist dabei nur missbraucht worden.
    Pepi hatte geendet. Sie wischte sich aufatmend ein paar Tränen von den Augen
und Wangen und sah dann K. kopfnickend an, so, als wolle sie sagen, im Grunde
handle es sich gar nicht um ihr Unglück, sie werde es tragen und brauche hierzu
weder Hilfe noch Trost irgend jemandes und K.s am wenigsten, sie kenne trotz
ihrer Jugend das Leben, und ihr Unglück sei nur eine Bestätigung ihrer
Kenntnisse, aber um K. handle es sich, ihm habe sie ein Bild vorhalten wollen,
noch nach dem Zusammenbrechen aller ihrer Hoffnungen habe sie das zu tun für
nötig gehalten. »Was für eine wilde Phantasie du hast, Pepi«, sagte K. »Es ist
ja gar nicht wahr, dass du erst jetzt alle diese Dinge entdeckt hast; das ist ja
nichts anderes als Träume aus euerem dunklen, engen Mädchenzimmer unten, die
dort an ihrem Platz sind, hier aber, im freien Ausschank, sich sonderbar
ausnehmen. Mit solchen Gedanken konntest du dich hier nicht behaupten, das ist
ja selbstverständlich. Schon dein Kleid und deine Frisur, deren du dich so
rühmst, sind nur Ausgeburten jenes Dunkels und jener Betten in euerem Zimmer,
dort sind sie gewiss sehr schön, hier aber lacht jeder im geheimen oder offen
darüber. Und was erzählst du sonst? Ich sei also missbraucht und betrogen worden?
Nein, liebe Pepi, ich bin so wenig missbraucht und betrogen worden wie du. Es ist
richtig, Frieda hat mich gegenwärtig verlassen oder ist, wie du es ausdrückst,
mit einem Gehilfen durchgebrannt, einen Schimmer der Wahrheit siehst du, und es
ist auch wirklich sehr unwahrscheinlich, dass sie noch meine Frau werden wird,
aber es ist ganz und gar unwahr, dass ich ihrer überdrüssig geworden wäre oder
sie gar am nächsten Tag schon verjagt hätte oder dass sie mich betrogen hätte,
wie sonst vielleicht eine Frau einen Mann betrügt. Ihr Zimmermädchen seid
gewohnt, durch das Schlüsselloch zu spionieren, und davon behaltet ihr die
Denkweise, von einer Kleinigkeit, die ihr wirklich seht,
