, und gleich ist ihm das ein großes Ereignis, während es doch in
Wirklichkeit gar nichts ist. Das sollt ihr ihm beibringen.« - »Nun«, sagte K.,
»hat Galater recht gehabt und habt ihr den Auftrag ausgeführt?« - »Das weiß ich
nicht«, sagte Jeremias. »In der kurzen Zeit war es wohl auch nicht möglich. Ich
weiß nur, dass du sehr grob warst, und darüber klagen wir. Ich verstehe nicht,
wie du, der du doch auch nur ein Angestellter bist und nicht einmal ein
Schlossangestellter, nicht einsehen kannst, dass ein solcher Dienst eine harte
Arbeit ist und dass es sehr unrecht ist, mutwillig, fast kindisch dem Arbeiter
die Arbeit so zu erschweren, wie du es getan hast. Diese Rücksichtslosigkeit,
mit der du uns am Gitter frieren ließest, oder wie du Arthur, einen Menschen, den
ein böses Wort tagelang schmerzt, mit der Faust auf der Matratze fast erschlagen
hast oder wie du mich am Nachmittag kreuz und quer durch den Schnee jagtest, dass
ich dann eine Stunde brauchte, um mich von der Hetze zu erholen. Ich bin doch
nicht mehr jung!« - »Lieber Jeremias«, sagte K., »mit dem allem hast du recht,
nur solltest du es bei Galater vorbringen. Er hat euch aus eigenem Willen
geschickt, ich habe euch nicht von ihm erbeten. Und da ich euch nicht verlangt
habe, konnte ich euch auch wieder zurückschicken und hätte es auch lieber in
Frieden getan als mit Gewalt, aber ihr wolltet es offenbar nicht anders. Warum
hast du übrigens nicht gleich, als ihr zu mir kamt, so offen gesprochen wie
jetzt?« - »Weil ich im Dienst war«, sagte Jeremias, »das ist doch
selbstverständlich.« - »Und jetzt bist du nicht mehr im Dienst?« fragte K.
»Jetzt nicht mehr«, sagte Jeremias, »Arthur hat im Schloss den Dienst aufgesagt,
oder es ist zumindest das Verfahren im Gang, das uns von ihm endgültig befreien
soll.« - »Aber du suchst mich doch noch so, als wärest du im Dienst«, sagte K.
»Nein«, sagte Jeremias, »ich suche dich nur, um Frieda zu beruhigen. Als du sie
nämlich wegen der Barnabasschen Mädchen verlassen hast, war sie sehr
unglücklich, nicht so sehr wegen des Verlustes als wegen deines Verrates;
allerdings hatte sie es schon lange kommen gesehen und schon viel deshalb
gelitten. Ich kam gerade wieder einmal zum Schulfenster, um nachzusehen, ob du
doch vielleicht schon vernünftiger geworden seist. Aber du warst nicht dort, nur
Frieda saß in einer Schulbank und weinte. Da ging ich
