 - die
Schlinge war zu eng - da han i gschwind Ordnung schaffe wolle - aber der Uli hat
los' brüllt. Zu rasch! Dees war der Fehler!« - »Schwätz net so fad! Kei Schneid
hoscht - deescht die Sach! Im letzte Moment ischt dir's Herz ins Hösle gfalle,
ond weil der Wolkestürmer zu leicht ischt, hat er den Salto mortale gemacht.«
    »I glaub, die ganze Erfindung taugt nicks,« entschied Wendelin. - »Wohl
taugt sie!« trotzte Enzio, - »bloß, dass mer sie noch verbessere muess!« - »An der
Berechnung fehlt's! Die Windstärke muss mr genau in Rechnung stelle, auch die
Schwäre des Apparats nebscht seiner Fracht. Dann erscht ka mer beurteile, wie
groß die Fläche sein muss, und was für Maderial geeignet wär. Papier ka mer net
brauche - dees zerreißt halt bei solcher Belaschtung. Sägeltuch, dees tät scho
halte - wär' aber zu schwär. An der Berechnung fehlt's dem Wolkestürmer.«
    Die traurigen Reste unserer verunglückten Erfindung bargen wir im Schuppen.
Ich war froh, dass die Waschleine meiner Mutter keinen Schaden genommen hatte.
Die übrigen Materialien durfte Enzio behalten, der sich nicht ausreden ließ,
seinen Wolkenstürmer zu verbessern und patentieren zu lassen. Da er sein
Schmollen noch nicht abgetan hatte, mochte er nicht länger unsre Gesellschaft
teilen und drückte sich, unter dem Vorwand, er habe eine Besorgung für Vaters
Geschäft.
 
                                     Ikarus
»Solle mr Schach spiele?« schlug Uli vor - ich holte mein Schachbrett, und im
Schuppen, wo es windstill war, kauerten wir um das schwarz und weiß karierte
Feld. »Dies könikliche Spiel« - sagte Uli, die Figuren aufstellend - »ischt e
Schleifstein des Verstandes; besonders solchen zu empfehlen, die Feldherren
werden möchten oder Regenten. Napoleon ischt e gueter Schachspieler gwä, drum
hat er so viele Schlachten gewonnen. Pädagogisch hat Schach viel mähr Wert als
lateinische Grammatich, die zwar wegen ihrer Logik gelobhudelt wird, aber
Onlogisches enthält. Waas hilft's, dass mr dem Pennäler einpauke tut:
Viele Wörter sind auf is
Masculini generis:
Panis, piscis, crinis, finis -
I glaub 's scho, dass sie masculini sind. Aber warom sind sie's? Ha, warom ischt
panis, das Brot, männlich? Sonscht sind die meischte Wörter auf is weiblich!
Jetzt, wo bleibt die Logik? möcht i wisse. Reimereien drüber hänt die
Grammatiker zustandebracht - aber die Sach bleibt eigentlich ongereimt.«
    Diese Bemerkung verblüffte mich, und ich meinte: »Stimmt! Dass piscis, der
Fisch, männlich sein soll, will ich gelten lassen - auch wir Deutschen
