 auch
nicht gepasst. Drum hab' ich mich der Magie ergeben, sagt er ja. Und Magie,
siehst du, die möcht' ich auch studieren. Schade, dass man's auf den heutigen
Universitäten nicht mehr kann, wie in der guten alten Zeit, wo es noch Ritter
und Hexen gab.«
    »Aber waas tut mr denn mit der Magie? Kann mr davon gut lebe?« - »Und ob!
Magie ist einfach Hexerei - und wenn ich hexen kann, hexe ich mir gradezu her,
was ich wünsche.« - »Aber zaubern kann heuer kein Mensch mehr - verlernt hat mr
dees!« - »Verboten hat man's,« sagte ich; »die Theologie hat schuld, die ist
giftig auf die Zauberei. Luther sagt im Katechismus: wir sollen nicht fluchen,
schwören, zaubern! Ich finde das kurios. Meine Mutter sagt: Fluchen tun ordinäre
Leute, das schickt sich nicht. Aber wenn ich Donnerwetter sage oder Verflucht
und zugenäht, das sind einfach derbe Redensarten, sie tun doch keinem was. Warum
machen nun die Theologen aus der Mücke einen Elefanten? möcht' ich wissen. Und
wie steht's denn mit dem Schwören? Warum soll das eine Sünde sein? Wenn doch,
jeder, der als Zeuge vor Gericht kommt, schwören muss! Na also! Nun kommen wir
zum Zaubern. Das soll auf einer Stufe stehen mit Lügen und Betrügen? Unsinn! Die
Zauberbuden auf den Jahrmärkten sind meine Schwärmerei, und dagegen hat sogar
die Polizei nichts. Ich selber zaubere mit meinem Zauberkasten, den hat mir
meine Großmutter zu Weihnachten geschenkt. Das ist doch kein Betrug! Und ich
meine sogar: Jammerschade, dass ich nicht allen Ernstes zaubern kann! Kennst du
das Märchen vom Knaben, der hexen lernen wollte?«
    Sinnend meinte Enzio: »Wenn i hexe könnt, honderddausend Dukate tät i mir
wünsche, besser no, dass mei Geldbeutel nimmer lär werde tät. Na hätt i ällweil
Geld - ond wär e nobler Korieh mit roter Kapp, Samtjäckle ond Kanonestiefel,
gelt?« - »Welches Kor trägt denn rote Kappen?« - »Suevia sei's Panier!« sagte
Enzio prahlerisch und holte aus seiner Westentasche ein Stückchen Band
schwarz-weiß-rot: »Mei Bändle ischt dees, ond älleweil bei mir han i's. Später
trag i's om die Bruscht, ond als Renommierbursch stolzier i durch Tübinge - mit
meim Reissebeiss!« - »Wer ist denn das?« - »Mei Hund heißt so, e kolossale Dogg,
auf Mensche dressiert. Deescht e rechts Zauberviech - wie der Reissebeiss im Märle
vom Metzgergsell - den hat der Reissebeiss
