 dreht
sich alles, was ich empfinde, doch wieder ausschließlich um Geld, wenn auch
diesmal in positivem Sinn, aber es dreht sich. Dreht sich um greifbar vorhandene
Banknoten, Goldstücke, Schecks, Kreditbriefe, Möglichkeiten, Einkäufe und so
weiter.
    Es ist immer noch zu persönlich, es erfüllt mich noch zu sehr, ich muss
immerfort daran denken. Zum erstenmal in meinem Leben habe ich eine Nacht nicht
schlafen können, weil es wirklich da war.
    Baumann sagt... aber ich habe noch verschiedenes nachzuholen.
    Am Tage, nachdem der Depositenschein präsentiert wurde und wir der Bank
unsere Order erteilten, haben wir denn auch Henrys Korrespondenz eröffnet. Es
ergab sich daraus unter anderem, dass Herr Alramseder definitiv unschädlich
gemacht worden ist, indem seine eigenen Kaffern ihn gelyncht haben, ferner, dass
Gottfried einsam und verzweifelt das Petroleumgebiet beaufsichtigt, ohne jede
Nachricht von Balailoff, und auf unser Einschreiten hofft, und schließlich, dass
Henry eine Geschäftsreise nach Spanien zu machen hat, die sich mit einer
gemeinsamen Vergnügungsfahrt sehr gut verbinden ließe.
    Gottfried haben wir dann gleich telegraphisch ausgelöst und mitgenommen, da
er sehr erholungsbedürftig war, und Baumann hat sich angeschlossen, weil, wie er
behauptet, die Weiterentwicklung unserer Komplexe ihn lebhaft interessiert.
    Der Miterbe ist dort geblieben, sein Hotelwirt und er können sich nicht mehr
voneinander trennen.
    Übrigens war das Geld noch nicht wirklich angekommen, als wir abfuhren, aber
die Bank gab Vorschuss. Wir hatten die Schiffsbilletts schon bestellt und wollten
nicht länger warten. Dummerweise verfehlten wir das Schiff trotzdem, da es jeder
Tradition zuwider fahrplanmässig abgefahren war, und auf der Bahnlinie
Genua-Marseille wurde gestreikt, man konnte auch damit nicht weiterkommen... Das
Pflichtteil rebelliert also immer noch. Wie oft hat man eine Reise unterlassen,
weil man sie sich nicht leisten konnte. Jetzt konnten wir uns einen Extrazug
nehmen, aber die Bahnlinie streikte. Kein Mensch wird mir einreden, dass es
wirklich die Eisenbahner sind, die ihre Arbeit niederlegen.
    Die anderen schlugen vor, sich angenehm in Genua zu etablieren und
abzuwarten, aber ich bin ausserstande, noch auf irgend etwas zu warten, und halte
es für besser, die Dinge zu überlisten, wenn sie einen schikanieren wollen. So
haben wir uns, da vorläufig kein anderes Schiff in der gewünschten Richtung
fuhr, auf einem kleinen spanischen Frachtdampfer einquartiert und hoffen, dass
wenigstens dieser irgendwann in See stechen wird. Unterwegs kann man dann
vielleicht wieder wechseln oder in die Bahn steigen. Es sollen noch zwanzig Kühe
eingeschifft werden, und das hat seine Schwierigkeiten, räumliche und
bureaukratische - wir sind darüber noch nicht ganz im Bilde. Einstweilen steht
nur soviel fest, dass die Abfahrt spät abends oder in aller Herrgottsfrühe vor
sich gehen
