
nichts von dieser segensreichen Einrichtung... bei einem Russen mit Spleen wäre
das gar nicht so unmöglich, und sein Faktotum wird sich hüten, ihn auf den
Gedanken zu bringen, da die Angelegenheit dadurch zu einem rascheren Abschluss
käme. Das liegt selbstverständlich nicht in seinem Interesse.
    Uns selbst geht es, offen gesagt, ebenso. Wir konnten uns nie besonders für
die Heirat erwärmen und hofften immer, dass sie noch möglichst hinausgezogen
würde, bis das Petroleum... Denn daran sind wir alle aufs lebhafteste
interessiert und wollen mit hineingehen, sobald eine gewisse Garantie gegeben
ist. Lukas hat trotz seiner nationalökonomischen Weisheit Blut - respektive
Petroleum - geleckt und möchte sein bescheidenes Kapital vermehren, Baumann mit
fast gar nichts eines gewinnen, und ich - nun, wenn irgend möglich, das Unglück
mit dem Pflichtteil wieder gutmachen.
    Wäre nur Henry für einen Gründer nicht viel zu anständig, ich begreife
allmählich, dass es eben das ist, was ihn immer wieder um den Erfolg bringt. Wie
oft hätte er mit mehr Schwindel schon etwas erreichen können, aber er will
nicht. Er schlägt statt dessen auf den Tisch und sagt: »Teufel, es muss auch so
gehen!« Glaubst du, er wäre auch nur imstande, einen Wechsel zu fälschen?...
Aber man versteht es ja auch... Es hat etwas gegen sich, und man will nicht aus
seiner Sphäre herausfallen.
    So steht es nun auch wieder im Fall Idiot - Balailoff. Henry hält es für
unfair, sich direkt einzumischen, und will abwarten, bis der Idiot auf Grund der
göttlichen Gerechtigkeit in seine eigene Grube fällt. Ich dagegen bin überzeugt,
dass das gerade diesem Typus niemals passieren wird.
    Die Braut ist sehr vorsichtig geworden. Es hat den Anschein, als sei der
Flirt zwischen den beiden ganz abgebrochen, sie begegnen sich nur noch mit
kühler Höflichkeit. Aber es liegt auf der Hand, dass sie gegen uns intrigieren,
denn Balailoff wird immer unliebenswürdiger.
 
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Nun, inzwischen ist die Bombe geplatzt, und diesmal scheint Henry recht zu
behalten, dass die gute Sache durch sich selbst siegen muss.
    Die Spannung wurde immer peinlicher und der Idiot immer anmassender. So rang
man sich schließlich zu dem Standpunkt durch: er oder wir. Wir beschlossen, den
einzigen Trumpf auszuspielen, der uns zur Verfügung stand, und Balailoff auf die
Eheschliessung in England aufmerksam zu machen. Mochte er dann in Gottes Namen
heiraten, wenn es uns nur gelang, den Schwarzen zu stürzen oder wenigstens zu
diskreditieren. Henry bat also Balailoff um eine Unterredung, bei der Lukas und
ich ebenfalls zugegen waren. Balailoff kam und war anfangs etwas reserviert. Als
Henry ihm aber die Sache mit viel Beredsamkeit vortrug,
