. Und Henry - Henry rechnet neuerdings mit solcher
Intensität, dass nichts mehr mit ihm anzufangen ist.
Ich habe ganz vergessen, Dir für Deinen Brief zu danken. Ja, gewiss, man muss die
Feste feiern, wie sie fallen. Ein schlechter Trost, aber es soll ja eigentlich
auch keiner sein. Nach Siam werde ich unter diesen Umständen wohl kaum fahren,
geschweige denn Euch alle mitnehmen, aber vielleicht nach Monte Karlo. Man muss
doch irgendeine Methode finden, um das Pflichtteil auf seine vorigen Dimensionen
zurückzuführen. Ich habe auch Henry vorgeschlagen, dass er mitkommen soll. Er
findet, es sei besser, damit zu warten, bis alle Stränge reißen. Ich dagegen
meine, es ist besser, solange noch etwas da ist.
    In bezug auf Balailoff sind wir sehr beunruhigt. Er war schon mehrere Tage
nicht im Bureau, kam aber trotzdem abends stark angeheitert nach Hause. Es liegt
auf der Hand, dass er mit dem Schwarzen gekneipt hat und sich dann von ihm um den
Finger wickeln lässt.
    Du musst wissen, für Henry hängt viel, vielleicht alles davon ab, dass
Balailoff hier bleibt, bis das Petroleumunternehmen endgültig organisiert ist.
Leute wie Balailoff sind auf die Entfernung nicht sehr zuverlässig. Baumann und
Lukas sind ebenfalls als Aktionäre vorgemerkt, und wer weiß, ob ich mich nicht
auch noch beteilige. Es liegt also im allgemeinen Interesse, ihn so lange wie
möglich hier festzuhalten. Die Braut aber strebt nur danach, bald fortzukommen,
weil ihr der Aufenthalt hier odios ist - vor allem in unserer Gesellschaft. Wir
haben deshalb immer möglichst darauf gesehen, dass die Heirat nicht überstürzt
wird, haben ihn immer wieder veranlasst, sich abwartend zu verhalten und die
Behörden nicht nervös zu machen. Zum Teil geschah es übrigens aus rein
freundschaftlichem Gefühl, denn diese Ehe fällt ja sicher todunglücklich aus.
    Der angenehme Privatsekretär aber fasst es ganz anders auf - und an, er tut,
was er kann, um die Heirat zu beschleunigen. Auch das spricht deutlich für sein
Idiotentum, denn normalerweise ist doch anzunehmen, dass sein Posten damit
abläuft. Nun ist er kürzlich auf die unselige Idee gekommen, das Paar solle sich
hier naturalisieren lassen, denn damit sei die leidige Frage der
Staatsangehörigkeit aufs einfachste erledigt. Lukas, welcher auf diesem Gebiet
einige Erfahrung besitzt, meinte, man müsse doch auch in diesem Fall seine
Nationalität nachweisen.
    Der Idiot aber lächelte etwas pfiffiger als sonst und behauptete: Gott
bewahre, man brauche nur eine schriftliche Erklärung abzugeben. Er wisse auch,
wie die hiesigen Beamten zu behandeln seien, und würde sich schon mit ihnen
einigen. Dann hat er sich ein Pferd gemietet, reitet kreuz und quer im Lande
herum, verhandelt mit Behörden und besticht
