
das Beste. Wir verlieren sonst soviel Zeit, und, Slim, am Ende vergessen Sie
dann die Hälfte dieses Ideenelixiers, wenn Sie sich hier mit anderem Zeug
abplagen. Das wäre jammerschade. Wann brechen wir also auf?«
    »Ideenelixier, Ideenelixier, das lässt sich hören. Nun haben Sie auch ein
Wort gefunden. Ich habe immer gewusst, dass Sie ein feiner Kerl sind, Johnny.
Gestatten Sie mir, dass ich von diesem Worte in meinem nächsten Buche Gebrauch
mache? Sie müssen nämlich wissen, ich wälze ein Buch im Kopfe. Es ist eine
verdammt metaphysische Geschichte; ich will damit dem rein und ordinär
geschäftlich interessierten Positivismus, dem, was man Amerikanismus nennt, das
Genick brechen und einen neuen geistigeren Standpunkt aufstellen. Es handelt
sich um eine neue Gesundheit. Das Leben erobern, kneten, biegen und brechen, das
ist ungefähr mein Typus, natürlich ideal - denn Sie verstehen schon, my boy, dass
ich eigentlich ganz anders bin. Ich bin, so wie Sie mich hier sehen, das Produkt
eines Trainings. Denn Rasse besitze ich nicht; das heißt, ich habe alle Rassen
in mir, ich bin eigentlich, was der Franzose einen deraciné nennt. Dies ist
meine Rätselhaftigkeit; das Beunruhigende an mir für Leute, wie Sie sind.
Training ist ein verkürztes Verfahren für Rasse. Rasse hat die Hündin Zana und
jedes Tier hier im Walde. Ich aber habe Training - ja, also was ich sagen
wollte, das Buch soll in Berlin erscheinen. Just in Berlin - in Paris oder
Newyork sind sie zu dumm dafür. London gibt es in dieser Beziehung überhaupt
nicht. Sie können mir dabei helfen, Johnny; mein Deutsch ist nicht ganz
tadellos; ich möchte übrigens gerne wissen, wie Sie schreiben. Sie müssen eine
kräftige und gesunde Sprache haben, denke ich. Ahem, Berlin ist der möglichste
Ort der Welt, gegenwärtig, heißt das. Es ist der Erbe von Rom und Paris. Die
Hälfte von all dem, was jetzt als Amerikanismus das Leben ausfüllt, ist in
Berlin gemacht worden. Beherrschen Sie das Englische in der Schrift?«
    »Selbstverständlich«, sagte ich, auf seine Irrfahrten eingehend. »Was sollte
das nun für ein Buch sein?«
    »Ach, ich sagte Ihnen doch schon, es handelt sich um eine Rassigkeit. Nehmen
wir an, ich bin der moderne Parvenü. Ich habe, so wie ich da sitze, noch keine
Kulturvergangenheit. Ich bin nichts Geschlossenes. Ich habe natürlich eine Menge
Instinkte gesammelt, mein Blut hat alle möglichen alten Praktiken, ich reiche
sehr weit zurück, vermutlich bis zu den Azteken und vielleicht sogar bis zu den
Ägyptern; das ist so mit uns Amerikanern.
