 Eifersucht auf den Panter, er ist so groß, blond und
gewaltig - das ist wohl die Wikingersubstanz, durch die er Susannas Herz
gewonnen und sich bei den Enormen die Zugehörigkeit erworben hat.
    Heut morgen war er da, sie sprachen lange zusammen in Susannas Zimmer - in
der Küche saßen derweil Konstantin und Maria mit Hofmann, sie klagten ihm ihr
Leid, und er schien sehr nachdenklich.
    Ich flüchtete mich zu Willy, denn ich war überall im Wege. Auch unsere
Unterhaltung drehte sich um Hallwig und die Zauberei. Es ist, wo zwei oder drei
Wahnmochinger beisammen sind, von nichts anderem mehr die Rede.
    Willy gehört zu den Ungläubigen, er bezweifelt, dass etwas dabei zustande
kommt, und hält die ganze Hoffnung für ziemlich illusorisch.
    Ja, wenn Delius sich daran beteiligte, meinte er, dann könnten vielleicht
wunderbare Dinge geschehen, aber der hält nichts vom Zaubern.
    »Warum denn nicht?«
    »Ich weiß nicht - vielleicht findet er es überflüssig -, und ob Hallwig und
der Professor allein damit reüssieren...?'' Ich genierte mich, schon wieder zu
fragen: warum nicht?, aber ich tat es doch.
    »Ja, das ist nicht so einfach zu erklären - Hallwig hat ja gewiss einige
Anlagen zum Zaubern. Sie sehen selbst, was für eine starke Suggestion er auf
andere ausübt. Aber es scheitert immer wieder daran, dass er sich mit seiner
Umgebung brouilliert. Er sucht möglichst viele kosmische Substanzen um sich zu
sammeln - kreiert Sonnenknaben, Hetären und Priesterinnen - dann wirft er wieder
alles um, wie bei einem Schachbrett die Figuren, und sagt, es sei doch nichts
gewesen. Schließlich wird nur noch er selbst übrigbleiben.«
    »Und der Professor?«
    »Der macht es gerade umgekehrt und bejaht, was nur zu bejahen ist. Er wird
vielleicht in einem Atem bejahen, dass Maria und Konstantin doch enorm sind und
dass Hallwig in allem, was er tut, recht hat. Wir alle lieben ihn ja gerade
deshalb - es ist eine wirklich liebenswürdige Eigenschaft, aber in diesem Falle
kann sie ihm verhängnisvoll werden.« - »Wieso?« - »Ach, Sie fragen so viel, und
ich hab' noch nicht einmal gefrühstückt. Seit Orlonsky fort ist und die
Wahnmochingerei auch unser friedliches Eckhaus verheert, ist es wirklich recht
zum Verzweifeln.«
    Wir riefen mit vereinten Kräften nach Chamotte.
    »Am Ende sitzt er auch irgendwo und spricht über Hallwig«, meinte Willy,
»oder er sucht sich über seine Substanz klarzuwerden.«
    Nein, er saß unten im Flur und spielte die Flöte. Susanna hatte ihn als
Türhüter angestellt, um etwaige lästige Besuche fernzuhalten.
    Er brachte uns dann Kaffee,
