 und der Chauffeur ist uns
inzwischen schon nachgekommen.
    Sir John und sein Schützling sind natürlich auch mit - was Gott so schön
zusammenfügte, keiner von uns hätte den Mut gehabt, es zu trennen.
    Wir haben unsere Namen hier etwas abgeändert - wie Sie auch aus meinem
Telegramm schon ersehen haben - und gelten für eine Art Familie. Die
Zusammenstellung erforderte einiges Kopfzerbrechen, aber wir haben doch eine
halbwegs befriedigende Lösung gefunden. Wir sind nämlich aus Versehen in einem
sehr braven deutschen Hotel abgestiegen und hatten keine Lust noch einmal zu
wechseln.
    Pedros Abreise hat sich noch etwas hingezogen. Man konnte sich nicht gleich
zur Trennung entschließen und wollte sich erst über verschiedene Punkte mit dem
Onkel schriftlich verständigen.
    Dann ist er abgefahren, und alles Weitere bleibt eben abzuwarten. Die beiden
anderen leisten mir dabei aufs angenehmste Gesellschaft, im Hotel sind allerhand
ganz nette Leute, und wir kommen uns sehr respektabel vor. Mit dem Dichter muss
ich mich vor der Öffentlichkeit duzen, wir haben ihn für meinen Stiefsohn
ausgegeben. Sein Ursprung verträgt zwar eigentlich keine nähere Beleuchtung,
denn Pedro sieht kaum alt genug aus, dass er für eine Jugendsünde von ihm gelten
könnte. Aber Stiefsohn klingt so überzeugend. Und Sir John ist einfach ein
Schwager.
    Bobby kann mich nicht recht begreifen, dass ich Pedro habe fahren lassen.
    Aber was wäre, wenn ich ihn festgehalten hätte? Brouilliert er sich mit
seinen Leuten, so wird er sehr auf dem trocknen sitzen und ich mit. Liebe in
einer Hütte wäre mit diesem Mann sicher ein unglückliches Unternehmen.
    »Aber wenn sie ihn nun festhält?«
    »Ja, da kann man nichts machen.«
    »Und was soll dann aus Ihnen werden?« (Wenn wir allein sind, nennen wir uns
meistens wieder Sie.)
    »Das steht bei Gott, Bobby. Es haben sich schon klügere Leute als Sie
manchmal den Kopf darüber zerbrochen, was aus mir werden soll.«
    »Wissen Sie, dass Ihr Fatalismus für andere geradezu aufreizend ist?«
    »Ja, das habe ich schon manchmal gehört. Aber ich habe es längst aufgegeben,
die Vorsehung beeinflussen zu wollen.«
    »In Rom hatten Sie doch noch die Absicht, ihn um jeden Preis festzuhalten?«
    »Wir sind jetzt in Neapel, Bobby, und ich denke, Sie wollen auf Sir Johns
ausdrücklichen Wunsch Lebensweisheit von mir lernen.«
    »Ach, es ist, weiß Gott, ein bitteres Los, Ihr Stiefsohn zu sein, und Ihre
Lebensweisheit...«
    »Ist tiefer, als Sie in Ihrem Unverstand meinen. Hören Sie also weiter,
Bobby - wenn man eine Sache mit Begeisterung und Kraftaufwand betrieben hat, ist
es eigentlich immer eine Erleichterung, wenn sie nicht zustande
