 per wir zu sprechen. Das kommt davon, wenn
man als Ensemble lebt. Manchmal muss ich mich förmlich erst darauf besinnen, dass
ich auch noch ein Einzelwesen bin.
    Also - wie schon mein Telegramm Ihnen meldete - Bobby hat es aufgegeben und
war sehr neugierig - wir sind umgezogen, nach Neapel.
    Pedro bekam fortwährend Telegramme, woraus man schließen konnte, dass etwas
nicht in Ordnung war, er hat sonst sehr wenig Korrespondenz. Und der Chauffeur
war wieder ungewöhnlich finster.
    Ich war sehr nett mit ihm - mit Pedro - diskrete Teilnahme bei völliger
Ahnungslosigkeit, und er schloss mir dann auch sein Herz auf.
    In erster Linie Geld-, in zweiter Linie Brautverlegenheiten. Man wünscht,
dass er sie heiratet. Das war ja eigentlich vorauszusehen, aber er scheint es
sich nicht genügend klargemacht zu haben. Wir haben in den letzten Wochen wohl
alle etwas vergessen, um was es sich handelt. Lieber Doktor, das ist immer der
glücklichste Zustand, und wir waren auch wirklich alle sehr glücklich.
    Weiter: die Braut ist seine Kousine, folglich ihr Vater sein Onkel, und von
diesem Onkel scheint er pekuniär ziemlich abhängig zu sein. Das Nähere hab' ich
natürlich vergessen, ich höre nie zu, wenn man mir Näheres auseinandersetzt, und
das ist manchmal verhängnisvoll.
    Er, Pedro, treibt sich nun schon lange in Europa herum, und die Art, wie er
das tut, scheint dem Onkel nicht mehr zu gefallen.
    Summa: der Onkel macht bedenkliche Anstalten ihn einzukassieren (auch ein
typisches Erlebnis, dass er von meiner Seite weg einkassiert wird).
    Pedro hat erst gerast, er wolle jetzt nicht heim, auf keinen Fall, dann
bedrückte ihn wieder seine doppelte Verworfenheit - gegen sie und gegen mich.
    O meine Chancen - es war schon die Rede davon, dass er mich in Rom oder
Neapel etablieren wollte. Ich sollte immer irgendwie da sein, auch wenn er eine
Zeitlang nach Hause müsste. Ich weiß ja selbst noch nicht recht, ob das sehr mein
Fall wäre, aber es hat ja auch wieder etwas Verlockendes. Apatische Dauersache
mit lebhafteren Momenten - ich hab' ihn doch wirklich ganz gern.
    Übrigens scheint es, dass wir in Rom beträchtliche Schulden gemacht haben.
Ich riet deshalb zum Umzug nach Neapel, das heißt, die römische Wohnung sollte
er behalten, Chauffeur und Auto zur Beruhigung der Gemüter noch eine Zeitlang
dort lassen und dann von hier aus einen Besuch in Sizilien machen.
    Meine Ratschläge in solchen Angelegenheiten sind immer gut. Wieder einmal
muss ich hervorheben, dass ich viel Sinn dafür habe, jede Lebenslage tunlichst
harmonisch zu gestalten. Sie fanden deshalb auch dieses Mal Anklang und
bewährten sich. Man hat uns ganz ruhig ziehen lassen,
