, wenn Sie
ihn mir nicht so liebenswürdig zugereicht hätten. Das Thema scheint Sie beinah
mehr zu interessieren als mich selbst, ich möchte wissen warum. Es sieht fast so
aus, als könnten Sie die Zeit nicht erwarten, wo Sie an meiner Seite Viere lang
fahren werden. Es wäre auch sicher sehr hübsch, aber einstweilen gefällt es mir
noch ganz gut, hier und da in ein fremdes Auto einzusteigen und so weit
mitzufahren, wie ich gerade Lust habe. Ist keines da, so läuft man zu Fuß und
flucht oder amüsiert sich darüber - je nachdem.
    Gott ja - das berühmte Thema - teurer Doktor, bitte, verwechseln Sie den
Mangel an kaufmännischem Talent nicht wieder mit innerem Wert. Nein, ich habe
innerlich nichts, gar nichts gegen das Verkaufen einzuwenden, weder für andere
noch für mich. Nur müssten die Bedingungen angenehm und annehmbar sein. Und das
ist selten, ach, so selten der Fall, vielleicht verfolgt auch gerade mich ein
besonderer Unstern.
    Erschrecken Sie nicht, ich möchte sogar gelassen aussprechen, dass für mein
Gefühl der Handel in seiner direktesten Form immer noch die beste Möglichkeit
wäre und eigentlich auch die anständigste. Ein fremder Herr (schon die
Fremdheit... Sie wissen ja...), der spurlos wieder in der Versenkung
verschwindet - was für eine Ersparnis an Nervenkraft gegenüber dem festen
Utilitätsverhältnis, das vorsichtig gehandhabt und geduldig ertragen werden muss.
Aber auf diesem Gebiet ist ja leider alles so mangelhaft organisiert, so
gesellschaftlich unmöglich gemacht... verlassen wir es lieber...
    Der Sizilianer ist gerade zur rechten Zeit aufgetaucht, und sein Auto ist
gut. Warum ist er Ihnen nicht ganz geheuer? Ein Rasta, mit dem ich arg
hereinfallen werde, meinen Sie - sicher ist er ein Rasta, aber das ist ja gerade
sein Hauptcharme, ich habe immer ein Faible dafür gehabt. Und vermutlich fällt
er eher mit mir herein, denn er scheint es wenigstens bisher bitter ernst zu
nehmen. Und ich weiß nicht recht, was ich mit seinem Herzen anfangen soll.
    Es kann ein Dilemma sein, ob man jemand glücklich oder unglücklich machen
soll. Manche haben mehr davon, wenn sie unglücklich sind - sie wollen gerne alle
Tiefen der Leidenschaft durchmessen - und sind dann auch traitabler. In diesem
Falle bin ich mir noch nicht klar darüber.
    Pedro - so heißt er - ist in seinem ganzen Wesen etwas ungestüm, und wenn er
zu glücklich ist, werde ich einen schweren Stand haben. Aber die direkte Werbung
steht noch aus - ich finde diesen Zwischenzustand sehr reizvoll und möchte ihn
noch eine Zeitlang festhalten. Er umwandelt mich einstweilen auf Freiersfüssen
und demonstriert mir vor, wie angenehm das Leben sich an seiner Seite leben
lässt
