 schon hundertmal gesagt
- und Sie - und verschiedene andere.
    Ein schwieriger Punkt - ich kann das Gerede von Problemen sonst nicht
ausstehen - es sind ja fast nie welche - aber diese Sache erkenne ich an, als
Problem, als alles, was Sie nur wollen.
    Ganz sicher: es ist immer empörend für eine Frau, wenn das äußere Dasein
sich nicht angenehm und schmerzlos abwickelt. Einmal hat ja doch jede - jede den
angeborenen Hang zu Wohlleben und Bequemlichkeit, auch wenn sie's nicht
wahrhaben will oder sich's nicht leisten kann. Und dann tut es auch der
Eitelkeit weh: Frau in Geldschwierigkeiten ist immer wie ein Bild, das schlecht
gerahmt ist und am unrechten Platz hängt.
    Teurer Doktor, da wir nun doch einmal von mir reden - seit ich aus meinem
wertvollen alten Familienrahmen entfernt wurde, hat mir wohl keiner mehr gepasst.
Mancher war recht gut, mancher wieder sehr mittelmäßig, und es gab auch Zeiten,
wo das Bild nur mit Reissnägeln an die Wand geheftet war.
    Ja, ja - und wie S... mir auch wieder vorhielt - ich hätte alle möglichen
Chancen haben können. Aber was wollen Sie? - die legitimen? Gott soll mich
bewahren - und er hat mich bewahrt. Wenn ich eine gute Partie machen konnte,
hatte ich immer gerade keine Lust zu heiraten, und das eine Mal, wo ich dann
doch heiratete, wurde der Mann erst eine gute Partie, als ich schon wieder über
alle Berge war (Sie wissen ja, wie lange meine Ehe gedauert hat). Jetzt hat er
eine glänzende Stellung, und ich hätte sie auch. Aber was täte ich damit? Ach,
und der Mann liebte mich - in der Ehe könnte ich das auf die Länge nicht
aushalten. Höchstens eine Distanzehe mit sehr viel Geld, so dass jeder seinen
eigenen Flügel bewohnte, seinen eigenen Train und seinen Verkehr für sich hätte.
Zu den Mahlzeiten träfe man sich in großer Toilette und mit vielem Zeremoniell,
will er mich außerdem noch sehen, so lässt er sich durch seinen Kammerdiener
melden:
    Der gnädige Herr lässt fragen, ob sein Besuch heute abend angenehm wäre? -
Der gnädige Herr ist immer willkommen.
    Habe ich Gäste, die sich für ihn eignen, so lade ich ihn ein. Seine Stellung
als Hausherr wird dann natürlich betont, er dürfte nie kompromittiert werden -
kompromittierter Ehemann ist geschmacklos und unmöglich. Und hat er Besuch, so
mache ich auf Wunsch in seinen Räumen die Honneurs.
    Das wäre die einzige Möglichkeit, auf die ich heiraten möchte - schade,
schade, dass Sie nicht Geld genug haben, wir könnten es vielleicht versuchen. -
Ich habe auch sicher in einem früheren Leben schon eine solche
