 hat eine sehr lange Zeit gedauert, ehe ich
alle die Orte berühren konnte, um die es sich da handelte.«
    »Vertrug sich das mit Eurem Geschäft?«
    »Gewiss, gewiss. Wir hatten damals ein Grossogeschäft in Pferden, Rindern,
Schweinen und Schafen und trieben uns bei unsern Einkäufen sehr viel im alten
Westen herum.«
    »Ihr sagt wir. Also Kompagnons?«
    »Ja, aber keine Fremden, sondern brüderliche Kompagnie. Wir waren fünf
Brüder, sind aber jetzt nur noch zwei. Auch noch Kompagniegeschäft, aber nicht
in Pferden und Rindern, sondern in Büchern. Wir wollen Euch Euren Winnetou
abkaufen - - -«
    »Nur ihn?« fiel ich ihm in die Rede.
    »Ja, nur ihn,« erwiderte er.
    »Warum nicht auch de andern Bücher, die doch auch Reifeerzählungen sind?«
    »Weil sie uns nicht interessieren.«
    »Ich denke, es kommt hierbei mehr darauf an, was die Leser interessiert?«
    »Mag sein; bei uns aber ist das anders. Wir wollen nur den Winnetou, weiter
nichts.«
    »Hm! Wie denkt Ihr Euch dieses Geschäft?«
    »Sehr einfach: Ihr verkauft ihn uns mit allen Rechten, ein für allemal, und
wir bezahlen ihn Euch ein für allemal.«
    »Wann geschieht diese Zahlung?«
    »Sofort. Ich bin imstande, Euch eine Anweisung an jede Euch beliebige Bank
zu geben. Wieviel verlangt Ihr?«
    »Wieviel bietet Ihr?«
    »Je nachdem! Wir dürfen drucken, so viel wir wollen?«
    »Wenn wir einig werden, ja.«
    »Oder auch, so wenig wir wollen?«
    »Nein.«
    »Wie? Was? Nicht?«
    »Nein! Natürlich nicht!«
    »Wieso? Warum?«
    »Ich schreibe meine Bücher, damit sie gelesen werden, nicht aber damit sie
verschwinden.«
    »Verschwinden?« fragte er unter einer Bewegung der Überraschung. »Wer hat
Euch gesagt, dass sie verschwinden sollen?«
    »Gesagt wurde es allerdings noch nicht; aber Ihr erwähntet doch, dass auch so
wenig gedruckt werden darf, wie Euch beliebt.«
    »Ganz natürlich. Wenn wir sähen, dass die Bücher im Englischen keinen Anklang
fänden, so würden wir eben darauf verzichten, sie zu drucken. Das versteht sich
doch wohl von selbst!«
    »Ist das Euer Ernst?«
    »Ja.«
    »Sagt, hat Eure Reise nach Deutschland und Dresden noch andere Zwecke?«
    »Nein. Ich habe keinen Grund, Euch zu verheimlichen, dass ich nur dieser
Eurer drei Bücher wegen herübergekommen bin.«
    »So tut es mir leid, dass Ihr diese
