 jedoch Gerold dankend entfernen
wollte, fügte er hinzu: »Halt! hollah! nicht so schnell! Dich begleiten wir. So
einen muss man auf die gebahnte Straße stellen, sonst bleibt er uns an einer
wohlriechenden Staude hangen. Nach welcher Richtung zieht es dich? Gesima zu
oder Gesima entgegen?«
    »Gesima entgegen.«
    »Gut, so führen wir dich Gesima entgegen.« Und schritt ihm durch den Wald
voran.
    Während sie so hintereinander gingen, berichtete Gerold seine leichtsinnige
Tat mit dem geschenkten Fünffrankenstück. Was er ihm rate, dass er nun tun solle;
kommen lassen, was von selber kommen werde, oder der verdienten Strafe durch ein
Bekenntnis entgegengehen.
    »Überlass das mir; ich werde es heute abend Papa erzählen; er wird nicht bloß
nicht ungehalten über dich sein, sondern an dem Dragonerstücklein eine unbändige
Freude haben, ich kenne ihn.«
    »Hast du nicht Angst vor deinem Papa?«
    »Man hat niemals Angst, für einen andern etwas zu tun. - So, hier sind wir
an der Landstraße. Geh jetzt nur schräg über den Weg zu jenem Häuschen dort, wo
geschrieben steht Altäusli, und leg dich auf die Bank vor der Haustür, du wirst
dann schon sehen, was kommt. - Worauf wartest du noch? warum guckst du mich so
sonderbar an?«
    Gerold schaute verlegen auf seine Schuhe. Er danke ihm für alles, stammelte
er, und es reue ihn, ihn anfänglich geschlagen zu haben, aber er könne es leider
nicht aussprechen, weil er den Satz es tut mir leid nicht herausbringe, so sehr
er sich auch Mühe gebe.
    Der Narrenstudent lachte. »Auf den Stuhl gelegt ist auch abgeliefert; ich
nehms für empfangen.«
    Doch Gerold war damit nicht zufrieden. Er finde es so schön und edel zu
sagen: Es tut mir leid. Ob er ihm keine Anweisung geben könne, wie man es
anfange, um diesen Spruch hervorzuringen.
    »Das kommt dir plötzlich ganz von selber, wenn du einmal einen Menschen so
recht von Herzen gern haben wirst. Die vier Wörtlein kommen dir dann so willig
und lustig mit allen vier Beinen zwischen den Zähnen herausgesprungen, wie ein
Rösslein über einen Zaun. - Fehlt dir immer noch etwas?«
    »Ja, das Schlimmste von allem.« Und berichtete ihm von der Schrift, die er
heute morgen unten im Waldgraben, im Geschiebe der Aar gefunden und was für ein
Urteil er darunter geschrieben: Abscheulicher Mensch, den niemand gern hat,
nicht einmal sein eigener Vater. »Aber ich würde es jetzt nicht mehr schreiben,
ich weiß jetzt, dass es nicht wahr ist.«
    »Doch, doch, es ist wahr; du hast
