 sich zu ihr bekennt.«
    »Is scho recht! Dass ma siecht, dass oana dabei is. Net wahr? Dös is d'
Hauptsach'. Was aber oana sinscht tuat, und bal er no so schlecht is, auf dös
gehts it z'samm. Wann er no dabei is!«
    »Darüber muss hernach ein anderer richten.«
    »I siech aber überall, dass de Geistlichen richten. De spielen si auf, als
wann sie die Herren waar'n, über de ander Welt aa. De reißen ja a Kreuzel vom
Grab weg, weil sie dös zum Regieren hamm, was amal da drüben gibt.«
    »Sie reden immer von dem und meinen immer das. Aber das wird jeder
verurteilen, der wirklich eine Religion hat.«
    »So? I hätt' mir denkt, de meist Religion müassten de Geistlichen hamm. Und
wenn oaner an Ausnahm' macht, warum rühren si de andern net dageg'n? De helfen
do alle z'samm.«
    »Leider, dass nicht alles so ist, wie's sein soll! Aber den Glauben darf man
deswegen nicht verlieren.«
    »Net, moanen S'?«
    »Nein, ganz gewiss nicht.«
    »Wia 's oana o'schaugt, Herr Lehrer! Man siecht viel, was oan it g'fallt.
Dass a schlechter Mensch oft dös grösst' Glück hat und a braver geht z' grund. Da
sagt ma nacha, ma woass it, was inser Herrgott in Sinn hat. Es is eine Zulassung
Gottes. Vo mir aus, i woass 's a net besser. Aba, dass oana von seine Geistlichen
d' Religion ausnutzt als Mittel zu da Schlechtigkeit, des sell durft er it
zualassen, Herr Lehrer! Sinscht kunnt's amal sei, dass d' Leut' allssammete irr'
wer'n.«
    Stegmüller merkte gut: was der da vorbrachte, war nicht das unüberlegte
Geschwätz eines Zornigen. Der wusste, was er wollte. Die Rede gefiel ihm nicht;
aus dem Munde eines anderen wäre sie ihm leichtfertig vorgekommen. Aber es lag
etwas so Festes und Bestimmtes in dem Wesen des Schullerbauern, dass er Achtung
vor ihm empfand.
    »Ich weiß nicht,« sagte er, »Ihr kommt mir ganz verändert vor.«
    »Sie wer'n mi für schlecht halt'n, Herr Lehrer.«
    »Nein, Schuller; aber es tut mir leid, dass gerade Ihr so redet.«
    »Nachher künden S' mir nur grad' d' Freundschaft net auf; dös tat mi
verdrießen, wo mir uns scho bald dreiss'g Jahr kennan.«
    »
