 ob seine Wange
plötzlich eingefallen und bleicher sei. Der dunkle Bart zuckte um seine Lippen,
und seine Stimme zitterte leise, indem er das Wort von neuem ergriff:
    »Wäre euer Ustad hier, so würde ich ihm jetzt auch ein Märchen erzählen,
nicht aus Tausend und eine Nacht, auch nicht aus seinem Tausend und ein Tag,
sondern aus Tausend und eine Qual. - - - Es gibt Einen, den ich glühend,
glühend hasse. Und wahrlich, wahrlich, ich weiß, dass es ihn gibt! Und es gibt
ein Buch, welches ich vernichten möchte, dass kein Blatt, keine Zeile, kein
Buchstabe übrig bliebe! Dieses Buch sagt von diesem Einen: Tausend Jahre sind
vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist. Würde ich einem Menschen
gebieten, ein Buch über mich, mich, mich zu schreiben, so müsste darin zu lesen
sein: Tausend Qualen sind vor dir wie ein Lächeln - - - wenn sie vergangen sind!
Aber diese eine, eine, letzte, die nach den tausend früheren kam, sie ist die
fürchterlichste, die entsetzlichste, die unbeschreiblichste, weil sie niemals,
niemals, niemals enden wird. Sie muss ewig sein, weil jener Eine, Eine ewig ist!«
    Er beugte den Kopf und stand zusammengesunken da, als ob er zusammenbrechen
wolle. Da aber richtete er sich plötzlich wieder auf und sprach in wieder
energischem Tone:
    »Rückblicke, wo doch niemand je zurückkann! Weder der Mensch, noch der
Teufel, noch die Hölle! Ich komme zum Schluss. Ich mache euch einen Vorschlag.
Ihr sollt ihn hören. Anzunehmen braucht ihr ihn heut noch nicht. Ich gebe euch
Zeit bis zum Tage des Wettrennens. Da sollt ihr mir sagen, was ihr beschlossen
habt. Also hört!«
    Unweit von uns saß Tifl mit einigen Männern, mit denen er sich unterhielt.
Pekala, welche jetzt nicht mehr mit Speiseangelegenheiten beschäftigt war, hatte
sich zu ihnen gesellt. »Das Kind« schaute soeben zu uns herüber. Da winkte der
Perser ihm zu, näherzukommen, und setzte dann seine Rede fort:
    »Ihr seht mich heut zum erstenmal. Auch mein Name war euch bisher unbekannt.
Ihr wisst also nicht, wer und was ich bin, werdet es aber erfahren, sobald ihr
meinen Vorschlag angenommen habt. Ich bin der oberste derer, durch welche man
mit dem Schah-in-Schah verkehrt. Meine Freundschaft kann selig machen, und meine
Feindschaft kann verdammen. Das ist mein altes Recht, welches ich mir nicht
nehmen lasse. Wer es antastet, richtet sich zu Grunde. Euer Ustad hat sich an
diesem Rechte vergriffen. Ich sollte ihn wohl eigentlich verderben. Die Macht
dazu ist
