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    »Das tut mir leid, sehr leid! Du kannst dir doch denken, dass ich nicht gern
als ein Mensch beschrieben sein will, der nichts als Dummheiten macht!«
    »So hüte dich, welche zu begehen!«
    »Das mir zu sagen, ist wohl leicht; aber wenn es mir in der Zunge oder in
den Gliedern zuckt, so springt die Katze heraus, ehe ich sie festhalten kann. Es
ist mir aber ein gutes, ein sehr gutes Mittel der Bedachtsamkeit eingefallen,
vorhin, als du die Bücher erwähntest. Ich habe mir vorgenommen, in diesen
Büchern von jetzt an als leuchtendes Vorbild reiflicher Überlegung und ernster
Behutsamkeit zu glänzen; ich werde keinen Finger mehr eher bewegen, als bis ich
mir ganz genau berechnet habe, welcher von den zehn, die ich besitze, es sein
muss. dabei aber musst du mich als Freund unterstützen, indem du mich sofort an
die Bücher, welche du noch schreiben willst, erinnerst, falls ich mich in Gefahr
befinde, etwas zu sagen oder zu tun, was ich verschweigen oder unterlassen
soll.«
    »Da bin ich einverstanden; ich werde es gern tun.«
    »Aber das braucht keiner, der dabei steht, zu bemerken. Darum musst du
vermeiden, mir eine lange Rede zu halten, Sihdi!«
    »Hast du mich als einen Freund von langen Reden kennen gelernt, Halef?«
    »Nein. Aber auch mir wird ein einziges Wort genügen.«
    »Welches?«
    »Kultub48. Sag einfach Kultub, so weiß ich, was du meinst, ohne dass ein
anderer es erfährt! Sobald du dieses Wort aussprichst, werde ich sofort daran
denken, dass ich den vielen, vielen Lesern deiner Bücher als erhabenes Vorbild
und unerreichtes Muster aller irdischen und männlichen Tugenden zu gelten habe.
Dieses Wort wird mich im größten Zorne beruhigen, indem es meinen Grimm mit
Sanftmut übergiesst; es wird mich in jeder Aufregung, überhaupt in jeder Lage,
zur Besinnung und Überlegung dessen bringen, dass derjenige Teil der
Weltgeschichte, welcher von mir, von meinen Worten und Werken handeln wird,
nichts enthalten darf, wodurch der Glanz meines Ruhmes verdunkelt werden könnte.
Also nur dieses eine Wort Kultub brauchst du zu sagen, wenn du den wütenden
Löwen, der ich zuweilen bin, schnell in ein stilles, geduldiges Lamm verwandeln
willst. Dafür bin ich aber auch überzeugt, zur Besänftigung deines Zornes nun
alles getan zu haben, was du von mir verlangen kannst, und bitte dich, den
überflüssigen Schwung, den ich meiner Peitsche gegeben habe, nicht wieder zu
erwähnen!«
    Mit diesen Worten war für ihn die Sache abgemacht, für mich aber freilich
noch nicht, denn ich war überzeugt,
