 hätten, dass nicht
beleidigend gesprochen werden darf, würde ich ihm jetzt den Vorwurf der Feigheit
zurückgeben, den er uns gemacht hat. Ich bin auch Scheik; aber ich kämpfe auch
mit jedem Krieger, welcher meiner Tapferkeit würdig ist. Ich werde mich auch
nachher beteiligen, denn ich setze meine Ehre und meinen Stolz darauf, dass ich
nicht aus der sichern Ferne zusehe, wenn meine Krieger für den Ruhm ihres
Stammes ihr Blut vergießen und ihr Leben wagen. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich
die Flinte, den Dscherid oder den Ringkampf wählen werde, denn ich muss mir da
erst die Gegner ansehen, aber wenn - - -«
    »Das darfst du gar nicht!« fiel der Bote ein.
    »Was?«
    »Wählen!«
    »Wie? Ich darf nicht wählen?«
    »Nein.«
    »Wer will und kann mir das verbieten?«
    »Unser Scheik.«
    »Ah! Warum?«
    »Er hat die Waffen zu bestimmen und also auch die Bedingungen zu stellen.«
    »Von den Bedingungen ist keine Rede gewesen; aber sprich nur weiter! Ich
werde ja hören, was du sagst.«
    »Unser Scheik verlangt, dass eure drei Krieger zu losen haben.«
    »Sie dürfen sich nicht selbst entscheiden?«
    »Nein. Jeder von ihnen hat an dem Kampfe teilzunehmen, für den ihn das Los
bestimmt.«
    »Ihr aber habt den besten Ringer gewählt?«
    »Natürlich!«
    »Den besten Speerwerfer?«
    »Natürlich!«
    »Und wahrscheinlich auch den besten Schützen?«
    »Natürlich!«
    »Höre, Mann, wenn ich dieses Wort natürlich nur noch einmal aus deinem Munde
höre, so tue ich etwas, was dir zur Abwechslung einmal ganz unnatürlich
vorkommt! Eure Pfiffigkeit wäre ja ganz lobenswert, wenn sie nicht ein so dummes
Aussehen hätte. Ihr wählt für jede Waffe den besten Mann, und wir sollen uns von
dem Zufall dahin werfen lassen, wohin es dem Lose beliebt! Das ist nicht etwa
klug von euch, sondern etwas ganz anderes, was ich der Höflichkeit wegen nicht
näher bezeichnen will!«
    Er machte eine Pause, während welcher er seine Augen von Kara auf Omar Ben
Sadek und von diesem dann auf mich richtete. Ich wusste, was er dachte. Sein Sohn
erriet es auch.
    »Vater, tue es!« sagte er in bittendem Tone.
    »Was?« fragte Halef lächelnd.
    »Wir fürchten uns doch nicht vor dem Lose, und wenn du nicht darauf
eingehst, so denken sie, es sei bei uns so wie bei ihnen!«
    »Wie denn, mein Sohn?«
    »Bei ihnen weiß man wahrscheinlich wohl mit der
