 keucht und stöhnt.
    Indes die Tarub schimpft nun erst recht.
    Da kann er sich nicht mehr beherrschen.
    Er würgt sie plötzlich mit aller Kraft.
    Sie will sich frei machen.
    Und dabei stürzen Beide hin.
    Tarub schlägt sich ein Loch in den Kopf.
    Das fliessende Blut bringt den Dichter wieder zur Besinnung - und er möchte
sich gleich selber den Kopf einrennen.
    Er schreit vor Angst, wäscht ihr die Wunde mit Wasser aus, weint und
zittert, bittet seine Tarub um Verzeihung, fleht wie ein Kind, kniet vor ihr,
küsst ihr die Hände, den Mund, die Augen, die Stirn, bittet in herzzerreissender
Weise, nennt sie wieder »Bärchen! Liebes Bärchen! Mein guter Bär!«
    Na - und dann wird wieder alles gut.
    Sie sagt nur zuletzt weinend:
    »Nein, lange halt ichs nicht mehr aus. So gehts nicht weiter. Es muss anders
werden.«
    Er sagt: »Ja, ja - es wird schon anders werden.«
    Doch das ist nur so hingeredet.
    Die Verhältnisse werden noch immer schlechter.
    Tarubs Ersparnisse gehen zur Neige.
    Und daran hat nicht bloß der Safur Schuld.
    Abu Hischam, Abu Hanifa und Hamadany sind auch sehr oft bei Bagdads
berühmter Köchin.
    Und die ist sehr gutmütig, sie gibt Jedem zu essen, soviel er will. Sie ist
so daran gewöhnt, für Viele zu kochen, dass sie garnicht bemerkt, wie unklug ihr
verschwenderischer Haushalt ist.
    Safur sagt natürlich nie ein Wort.
    Er hört nur jeden Tag geduldig an, wie sie auf die ganze Welt schimpft.
    Sie weiß nie, wo das Geld bleibt - und Safur muss immer neues Geld
auftreiben.
    Das tut er auch - aber wie?
    Sie gibt ihm jeden zweiten Tag ein paar Tassen, ein paar Messer oder ein
paar Töpfe - und mit diesen Dingen muss der Dichter zum Trödler wandern.
    Manchmal bringt Abu Hanifa ein paar Gänse mit, Hamadany bringt Fische, Abu
Hischam Wein.
    Doch wenn diese Leute mal was mitgebracht haben, so gehts auch gleich hoch
her, und schließlich setzt die Tarub doch immer zu.
    Der geizige Kodama kommt auch zuweilen - und bezahlt dann alles, was
gegessen und getrunken wird - doch bares Geld gibt er nicht - er hält das nicht
für richtig, seinen Freunden bares Geld zu geben - die verstehen nach seiner
Meinung nicht, mit barem Geld umzugehen - es ist kostbar!
    An einem Tage gibts Pasteten - am andern trocknes Brot - manchmal nicht mal
das.
    Safur soll Geld verdienen - das sagt ihm sein Bär jeden Tag. Der Dichter
verzweifelt.
    Er soll zu den Tofailys gehen - ist aber nicht dazu zu bewegen - lieber lässt
er sich jeden Tag von seinem Bären die
