 sich gleich ...
    Eine Weile schien Alles gut. Ich - fühlte mich wohl und akklimatisierte
mich. Aber von dem Tage an, wo Du mit mir sprachst, begann das Ziehen wieder,
das Hinaufwollen. Ein Taumel erst. Verse sprudelten auf, Fragment auf Fragment.
Hohes Entzücken! Phönix aus der Asche! Dann aus allen Höhen herunter. Wirre
Verzweiflung ... Zuckende Erkenntnis. ... Hin und her. Ich will! Ich kann! ...
Nein! Nein! Hund! Lump! Mach ein Ende! ... Nein! Ich habe ja die volle Seele!
Ich muss nur ein einziges Mal mit aller Kraft mich ganz fassen! ... Ach! Ich bin
mit dem Schädel gegen die Wand gerannt und habe mir, ganz biblisch, die Haare
ausgerissen. Geheult und gekreischt in Weinen und Lachen! Unsinn! Unsinn! Noch
mehr saufen! Ecce medicamentum. Vergeblich. Ich reagiere nicht mehr.
    Ich habe nur noch das Ekelgefühl und eine marode Sehnsucht. Fertig, weißt
Du, was man so fertig nennt. Hin und wieder angenehm verrückte Anstösse, aber ich
fühle: Die verdanke ich auch bloß dem ... Entschluss.
    Der macht mir überhaupt viele Freude. Ja. Ich finde doch, dass ich nicht übel
abgehe.
    Über den Geschmack der letzten Szene kann man ja streiten. Natürlich. Aber
was geht das mich an? Ich finde, dass sie ausdrucksvoll ist. Dem Leben die Zunge
herausstrecken, eurem Leben, meine Lieben, das Plaisier müsst ihr mir schon
gönnen.
    Ich bin nun mal auf die böse Seite hinübergerutscht, wo die Respektlosen,
die Giftigen stehen. Wie kann da mein Geschmack der eure sein, ihr Leute von der
Harmonie? Wenn ich Bomben würfe, würde die Geschmacksdivergenz noch mehr
klaffen.
    Genug! Kommen wir zu meinem Vermächtnis:
    Meinen werten Leichnam, bitte, der Anatomie. Den Befund über das Gehirn mögt
ihr dem Cenaclearchiv einverleiben.
    Meinen werten Feinden von der Presse wende ich Stoff für mindestens zwei
Notizen zu. Wer sein Handwerk versteht, kann am Ende gar ein Feuilleton
herausschlagen.
    Dir gehören meine sämtlichen Werke. Wenn Du zu den Versen immer einen
Anfang und ein Ende schmiedest, so kommt ein ganz netter Band Lyrik und
Spruchweisheit heraus.
    Sonst hab ich wohl nichts zu vermachen.
    Qualis poeta pereo!
 
    
